Kurz gefragt: Patrick Kronenberger

Deutsch-thailändischer Sänger wurde mit dem „Thainess“-Award als Kulturbotschafter ausgezeichnet

Foto: John Aigner
Foto: John Aigner

BERLIN: Patrick Kronenberger ist seit 2010 als Sänger und Songwriter im Musikgeschäft tätig. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung zog der gebürtige Hesse sowie Sohn einer thailändischen Mutter und eines deutschen Vaters nach Berlin, um dort weiter an seiner musikalischen Karriere zu feilen. Auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) wurde der 26-jährige Halbasiate von Ihrer Königlichen Hoheit, Prinzessin Ubolratana Mahidol, mit dem begehrten „Thainess“-Award als Kulturbotschafter ausgezeichnet. DER FARANG stellt seiner Leserschaft den deutsch-thailändischen Künstler vor und unterhielt sich  mit ihm über seine thailändischen Wurzeln, seinen Musik-Stil und die Höhepunkte seiner jüngsten Thailand-Entde­ckungsreise. Durch das Interview führte Björn Jahner. 

Herr Kronenberger, wie haben Sie Ihr musikalisches Talent entdeckt? 

Musik begleitet mich seit meiner Kindheit. Es war aber nie ein Kindheitstraum von mir, mal irgendwann auf einer Bühne zu stehen. Mit sechs Jahren schenkte mir mein Vater mein erstes Klavier und ich begann mit klassischem Unterricht. Ich stellte aber relativ schnell fest, dass ich lieber eigene Stücke spielen wollte, als die Vorgaben der Notenblätter. Den Wunsch, professionell Musik zu produzieren und das als Hauptberuf auszuüben, hatte ich aber erst vor fünf Jahren. Ich zog nach Berlin und war zunächst Musiker in der Band eines spanischen Sängers. Irgendwann stand ich dann aber selbst mit meinen eigenen Songs auf der Bühne…

Sie bezeichnen Ihren Musikstil als „Kino-Pop“. Was verstehen Sie unter dem Begriff?

Neben meiner Leidenschaft zur Musik bin ich auch ein sehr großer Film-Fanatiker. Auch Filmmusik, die ja meistens sehr dramatisch und orches­tral arrangiert ist, begeistert mich sehr. Ich versuche diese Elemente mit moderner Popmusik zu verbinden. Auch wenn ich Texte schreibe, versuche ich stets kleine „Geschichten“, bzw. kleine „Filme“ zu erzählen. In meinem aktuellen Song „Wie Früher“ kann man das besonders gut sehen. Das Video kann man über YouTube auch in Thailand anschauen.

Wie wichtig sind Ihnen Ihre thailändischen Wurzeln?

Sehr! Schließlich lebt ein Großteil der Familie mütterlicherseits in Thailand. Während meiner Zeit in Bangkok habe ich natürlich auch viele Freunde gefunden. Es gibt ein Kinderheim in Pattaya, das ich unterstütze und manchmal besuche ich auch einen deutschen Freund, der nun auf Phuket lebt und arbeitet.

Welche Aufgaben übernehmen Sie als musikalischer Kulturbotschafter?

Ich arbeite bereits seit einiger Zeit mit der thailändischen Botschaft in Berlin zusammen und wir haben gemeinsam immer nach Möglichkeiten gesucht, das Königreich auch einer jüngeren Zielgruppe zugänglich zu machen. Die Musik ist da ein perfektes Medium. Ich arbeite seit rund zwei Jahren auch in Thailand als Sänger und Komponist, wo ich bei meinen Konzerten auch den ein oder anderen deutschen Song gespielt habe.

Was ist für Sie typisch Thai…

In Thailand wird immer und überall gegessen. Obwohl es in Bangkok beispielsweise immer sehr hektisch ist, finden die Thais immer die Zeit und Ruhe, das finde ich schön. In Deutschland hingegen gilt der Trend „to go“: die Menschen rennen hektisch zur Arbeit und stopfen sich unterwegs irgendwas rein. Ob das so gesund ist?

…und was typisch Deutsch?

Wir Deutschen sind es ja gewohnt, dass es für alles eine Richtlinie, eine Regel oder ein Gesetz gibt. Zum Beispiel beim Autofahren. Wer als Deutscher schon mal in Thailand Autogefahren ist, wird wissen, was ich meine. Und ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert, dass in Thailand trotzdem der Verkehr fließt. 

Was waren die Höhepunkte Ihrer jüngsten Thailandreise?

Eigentlich wollte ich nur Urlaub machen und einen befreundeten Musikproduzenten besuchen. Bruno, ein gebürtiger Italiener, kam in den 90ern nach Thailand und hat seitdem unzählige Hits für thailändische Superstars geschrieben. Wir kamen schließlich auf die Idee, einen meiner deutschen Songs ins Thailändische zu übersetzen. Er kannte einen guten thailändischen Texter, der auch bei den Aufnahmen mit dabei war. Das Ende vom Lied war, dass ich ein ausverkauftes Konzert in Bangkok gab, bei Radiostationen eingeladen wurde und mit einer thailändischen Plattenfirma angebandelt habe.

Mit welchen Thai-Künstlern haben Sie zusammengearbeitet?

Unter anderem mit der berühmten Pop-Sängerin Da Endorphine und dem Sänger und Schauspieler Dome Pakorn Lum. Außerdem habe ich mit dem Produzenten PVan und Nitipong Hornak an diversen Projekten gearbeitet, der aktuell in der TV-Sendung „Thailand’s Got Talent“ als Juror zu sehen ist.

Wann sind Sie wieder in Thailand?

Bei meiner nächsten Reise ins Königreich im September/ Oktober, werde ich mit einem kleinen TV-Team eine Serie drehen, mit der ich in meiner Funktion als Kulturbotschafter meine Lieblingsorte vorstellen werde. Sicher wird es dann auch wieder ein Konzert geben. 

Ihre nächsten Termine:

In Deutschland werde ich in einigen Musikprojekten involviert sein. Beispielsweise in das neue Album vom „Pop-Tenor“ Silvio D’Anza. Auch hat ein Berliner Radiosender angefragt, ob ich eine Sonntags-Sendung moderieren möchte. Im August ist zudem ein Studio-Besuch in Schweden eingeplant. Da entstehen ja derzeit fast alle aktuellen Welt-Hits.

Was macht Patrick Kronenberger, wenn er nicht an seiner Musikerkarriere schraubt?

Privat hält mich momentan ein kleiner weißer Mops-Welpe mit dem Namen „Cooper“ auf Trapp. Dem ist es auch egal, ob ich gerade im Studio arbeiten muss oder nicht. Aber ein bisschen Bewegung am Tag ist ja auch nicht verkehrt. Auf meiner Facebook-Seite stelle ich oft Bilder von ihm rein - so wie es aussieht, hat er bald mehr Fans als ich!

Sie sind jung und gutaussehend. Darf sich Ihre weibliche Fangemeinde noch Hoffnungen machen?

Zurzeit bin ich Single. Denn aufgrund meines Berufs bin ich viel unterwegs. Aber ja, Hoffnungen können sich alle machen, nämlich auf viele schöne neue Songs!

Infos: www.patrick-kronenberger.de

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