Kurz gefragt - Manuel Lang

Koh Kood: Alles sollte so bleiben – wie es jetzt ist…

Was Manager Manuel Lang über sein Resort und die Insel Koh Kood denkt.
Was Manager Manuel Lang über sein Resort und die Insel Koh Kood denkt.

Infos zur Person: Als Resort-Manager hat Manuel Lang das "Cham`s House" auf Koh Kood mit Passion und Kompetenz durch die spannende Phase der Eröffnung geführt. Der gebürtige Kölner ist gelernter Restaurant-Fachmann, später hat er an der Hotelfachschule studiert. Der berufliche Aufstieg führte den 41-Jährigen über das Hotel "Maritim" in Köln und das "Residence" in Essen nach New York, wo er im "Mandarin Oriental" gearbeitet hat und später als Food & Beverage Manager im "Lowell", das zu den 50 besten Hotels der Welt gezählt wird. In der gleichen Funktion war er längere Zeit im "Hilton" von Tokio beschäftigt, danach als Resident Manager im "Amari Atrium" in Bangkok. Interview: Volker Klinkmüller

Warum haben Sie sich für den Job auf einer so abgelegenen Insel entschieden?

Ich wollte in meinem beruflichen Werdegang einfach mal einen Kontrast setzen, weil ich bisher immer nur in Großstädten gearbeitet habe. Zudem bestand der Reiz für mich darin, erstmalig ein Resort-Hotel zu führen.

Können Sie sich auf Koh Kood wohlfühlen?

Als ich hier angefangen habe, wollte ich den ganzen Monat durcharbeiten, um dann mal für einige Tage nach Bangkok fahren zu können – allein schon, um dort so gut zu essen und zu trinken, wie ich es liebe und gewohnt bin. Doch nun bleibe ich hier und miete mich in irgendeinem anderen Resort ein, weil ich festgestellt habe, dass ich all das auch gut hier auf der Insel kann.

Dafür, dass Sie so gern schlemmen, sind Sie aber reichlich schlank…

Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich 80 Prozent meiner Arbeitszeit hier herumlaufe – vor allem natürlich auch, um mich intensiv um unsere Gäste zu kümmern.

Und zwischendurch springen Sie dann immer mal ins Wasser – zumal Ihr Arbeitsplatz an so einem verlockenden Strand liegt…

Oh nein, da muss ich schon professionell bleiben. Baden gehe ich nur an meinen freien Tagen – und dann auch nicht hier an unserem Strand. Denn das käme weder bei den Gästen besonders gut an noch beim Personal. So bin ich bisher auch nur ein einziges Mal in unseren Pool gestiegen – und das war am Tag der offiziellen Einweihung.

Wie haben Sie die Insel schätzen gelernt?

Zum Beispiel mit dem Moped. Es macht großen Spaß, damit über die Insel zu brausen. Die Straße ist nur wenig befahren, führt immer wieder hoch und runter, während an den Rändern fast durchgehend unmanikürtes Grün sprießt. Und dann die faszinierende Meereslandschaft mit ihren unverbauten Stränden, endlosen Palmenwäldern und herrlichen Felsformationen... In nur 15 Minuten lassen sich per Kajak intakte Korallengärten erreichen, in denen man phantas­tisch schnorcheln kann. Auch die Einheimischen bieten eine Menge Authentizität. Zwar wirken sie auf Besucher oft etwas verschlossen und schroff, doch in Wirklichkeit sind sie sehr freundlich und hilfsbereit.

Wie sehen Sie die Zukunft des Paradieses Koh Kood?

Leider eher negativ, denn die großartige Natürlichkeit wird durch die Entwicklung verloren gehen… Eigentlich sollte alles genau so bleiben, wie es jetzt ist – mit einer Infrastruktur, die der Insel angemessen ist und den Besuchern ein völlig ausreichendes, touristisches Angebot bietet. Doch namhafte Hotelgruppen wie Amari und Central zum Beispiel haben bereits Land gekauft, um größere Luxusresorts aus dem Sand wachsen zu lassen. In spätestens drei Jahren soll hier der Strom aus einem Unterwasserkabel vom Festland fließen und offenbar ist sogar ein inseleigener Flughafen geplant…

Woher kommen Ihre Gäste und was erwarten sie?

Wer sich für unser Resort entscheidet, darf mit einem hohen Maß an Stil, Komfort und Romantik rechnen. Mehr als die Hälfte der Gäste sind Europäer wie Deutsche, Schweizer oder Skandinavier. An verlängerten Wochenenden bekommen wir viele Gäste aus Bangkok – meist Paare oder Freundesgruppen.

Sie haben ein einfaches Traveller-Resort als Nachbarn – wie verträgt sich das mit Ihrem Luxushotel?

Völlig reibungslos, denn wir unterhalten eine gute Nachbarschaft und helfen uns sogar gegenseitig, wenn einmal irgendwelche Lebensmittel ausgegangen sein sollten. Natürlich wollen unsere Gäste auch gern einmal das Restaurant oder die Bar nebenan ausprobieren, aber das funktioniert erfreulicherweise in beiden Richtungen.

Obwohl es da ja ein ziemliches Preisgefälle geben dürfte…

Natürlich gibt es da Unterschiede. Doch wir versuchen, das Essen in unserem Resort vergleichsweise günstig zu halten, damit sich die Gäste nicht gezwungen fühlen, woanders zu essen – und wir auch Besucher aus anderen Unterkünften anlocken können. Unsere leckeren Steinofen-Pizzas gibt es zum Beispiel schon für 250 Baht.

Wie verhält es sich mit der großen Konkurrenz – dem Soneva Kiri Resort?

Dieses Luxusresort im Norden der Insel zählt nun mal zu den besten der Welt – und läuft deshalb außer Konkurrenz. Doch freue ich mich, dass von dort immer mal wieder Personal aus der Führungsriege bei uns einkehrt, um gepflegt zu speisen – ganz abgesehen davon, dass wir von ehemaligen, gut ausgebildeten Mitarbeitern profitieren, die sich in einem Resort wie dem unsrigen eben weitaus wohler fühlen.

Was würden Sie Gästen empfehlen, die bei Ihnen einkehren?

Oh – das ist schwierig, wo soll ich denn da bloß anfangen? Oft gelobt werden zum Beispiel unser Grau- und Sechskornbrot oder auch die verlockenden Salat-Kreationen, bei denen wir amerikanischen Trends folgen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich unsere authentischen Thai-Gerichte, wie die originellen Bombyx-Tapas. Zudem haben wir sechs Sorten an hausgemachtem Eis oder leckeren Käsekuchen mit Schlagsahne zu bieten. Natürlich kann sich auch unsere Wein-Auswahl bestens sehen lassen.

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