Kulturerbe: Krakauer Krippenbau und Lawinenmanagement

Foto: epa/Leszek Szymanski
Foto: epa/Leszek Szymanski

PORT LOUIS/WARSCHAU/BERN (dpa) - Polen feiert mit der Tradition der bunten Krakauer Weihnachtskrippen seinen ersten Eintrag auf die Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes. «Es ist eine der schönsten polnischen Traditionen», begrüßte Kulturminister Piotr Glinski am Donnerstag die Entscheidung der UN-Kulturorganisation Unesco, die noch bis Samstag in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius, tagt.

Die Krakauer Krippen - auf Polnisch «Szopka» genannt - haben wenig mit der rustikalen Stallszene zu tun, die in Deutschland für heimelige Weihnachtsstimmung sorgt. Sie stellen Elemente der historischen Krakauer Architektur dar und zeigen südpolnischen Lokalkolorit und Lokalpatriotismus. Maria und Josef, Hirten und Könige werden dabei oft von Türmen, Erkern und Kuppeln, die etwa der Kathedrale auf dem Krakauer Wawelhügel oder der Marienkirche auf dem Marktplatz nachempfunden sind, fast verdeckt. Die Krippenbauer, deren Zahl derzeit auf etwa 40 geschätzt wird, leben meist in Krakau und Umgebung und geben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. In Krakau wird jedes Jahr im Dezember bei einem Wettbewerb die schönste Krippe gekürt.

Auch das über Jahrhunderte erworbene Wissen über den Umgang mit Lawinen in den Alpen ist jetzt anerkannt als immaterielles Kulturerbe der Menschheit. Der Unesco-Ausschuss gab dem gemeinsamen Antrag von Österreich und der Schweiz statt. Zum Erfahrungsschatz gehören etwa die Ausbildung von Suchhunden, Schneeanalysen, Dokumentationen über Lawinen, Schutzmaßnahmen, die Ausbildung von Bergführern und auch Erzählungen.

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