Kühlhäuser horten Schweinefleisch

Foto: The Nation
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SAMUT SAKHON: Beamte der Polizei und der Behörde für Viehzuchtentwicklung führten am Freitag Razzien in drei Kühlhäusern in Bangkoks Nachbarprovinz Samut Sakhon durch. Die Beamten hatten im Vorfeld den Hinweis erhalten, dass die Kühlhausbetreiber möglicherweise Schweinefleisch horten, um aus der derzeitigen Knappheit und den steigenden Preisen Profit zu schlagen.

„Das erste Kühlhaus hatte dem Ministerium für Binnenhandel mitgeteilt, dass es 929 Tonnen Schweinefleisch in seinem Besitz hat“, erklärte Sorawit Thaneeto, Generaldirektor der Abteilung für Viehzuchtentwicklung. „Bei einer Überprüfung gab das Unternehmen jedoch an, dass es vor kurzem 400 Tonnen Schweinefleisch in andere Kühlhäuser in Nakhon Pathom und Ratchaburi transportiert hätte und dass es die erforderlichen Dokumente noch vorlegen müsse, die den Transport belegen“, führte Khun Sorawit fort.

„Die Beamten fanden darüber hinaus 234 Tonnen Schweinefleisch, die nicht im Güterverzeichnis aufgeführt waren. Das Unternehmen erklärte daraufhin, dass eine andere Firma in Ratchaburi sein Kühllager seit November letzten Jahres für die Lagerung von Fleisch gemietet hätte“, fügte Khun Sorawit hinzu.

Eine weitere Prüfung der Unterlagen des Unternehmens ergab laut Khun Sorawit, dass es für 71 Tonnen Schweinefleisch keine Herkunfts- und Transportnachweise vorlegen konnte, weshalb diese Menge beschlagnahmt wurde und das Unternehmen bis Samstag Aufschub zur Vorlage der entsprechenden Dokumente erhielt.

Das zweite Kühlhaus in Samut Sakhon, das am Freitag inspiziert wurde, hatte Berichten zufolge Dokumente für die Lagerung von 283 Tonnen geschlachteter Schweine vorgelegt, aber es befanden sich keine Schlachtkörper in dem Kühlhaus. Das Unternehmen erklärte daraufhin, die geschlachteten Tiere seien in ein anderes Kühllager in der Provinz gebracht worden, wo Beamte 441 Tonnen Schlachtkörper fanden, von denen 283 Tonnen nachweislich dem Unternehmen und 158 Tonnen einem anderen Betrieb gehörten.

„Keines der beiden Unternehmen hat der Abteilung für Viehzuchtentwicklung die vorgeschriebenen Unterlagen über die Lagerung der geschlachteten Tiere vorgelegt oder die Abteilung für Binnenhandel über die Lagerung des Schweinefleischs informiert“, informierte Khun Sorawit. „Die Beamten haben die 441 Tonnen Schweinefleisch beschlagnahmt und werden sie zurückgeben, wenn beschuldigten Unternehmen die erforderlichen Dokumente vorlegen können.“

Die Beamten kündigten Razzien in weiteren Kühlhäusern an, nachdem sie Hinweise erhalten haben, dass in 25 Betrieben verdächtige Aktivitäten vollzogen werden, wovon sich 11 in Samut Sakhon befinden.

Das thailändische Gesetz schreibt vor, dass Personen, die mehr als 500 lebende Schweine oder 5 Tonnen Schlachtkörper besitzen, die zuständigen Behörden über die Herkunft, die Lagerung und über Lagerwechsel informieren müssen. Andernfalls droht ihnen eine Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis und/ oder eine Geldstrafe von 20.000 Baht.

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Bernd Lange 23.01.22 21:00
Zum Betrügen annimiert!
20 000 baht is die Strafe max.--was is das gegen 500 Tonnen Schweinefleisch???????
Martin Pohl 23.01.22 15:44
Handel mit Schweinen
Da liegt das Objekt der Begierde zu 100ten Tonnen versteckt in Kühllagern herum und die thail. Menschen dürfen sich (nicht nur) an Fleisch dumm und dusselig bezahlen.
Georg Meyer 23.01.22 15:20
Markt
Hr. Scharf, Thailand hat keine Marktwirtschaft sondern eine Monopolwirtschaft. Alle 5 Grossen Produzenten haben gleichzeitig die Preise erhöht. Das gilt nicht nur fuer Schweinefleisch. Die 2 Grossen im Supermarkt sind Ihnen bekannt?
Guenter Scharf 23.01.22 14:50
Künstliche Verknappung des Fleisch-Angebots
@Ingo Kerp, 23.0.22, 12:20: Wie heißt es so schön in der Marktwirtschaft/dem Kspitalismus: "Angebot und Nachfrage regeln den Preis". Kein Wunder, dass da das Angebot durch Lagerung künstlich verknappt wird.
Ingo Kerp 23.01.22 12:20
Das ist nichts neues. Aus kaufm. Sicht ist es normal, das man Ware künstl. verteuert, indem man sie knapp hält. So steigert man offiziell den Gewinn. Begeht man dabei Unregelmäßigkeiten und fällt damit auf, muß man für die Strafe eben einstehen. Die 20.000 THB koennen sicher aus der Portokasse bezahlt werden.
Michael Kaessmodel 23.01.22 11:50
Das mit den 20000 Baht Geldstrafe ist ja wohl eher ein schlechter Scherz