Kuchen tiefgefroren und doch butterweich

Elefantenohr-Feige, Multi-Kopf-Ananas und eine riesige Banane für die Diät

Einen Kaffee und dazu ein Stück dieses köstlichen Schokoladenkuchens: Das Leben ist schön! Fotos: hf
Einen Kaffee und dazu ein Stück dieses köstlichen Schokoladenkuchens: Das Leben ist schön! Fotos: hf

Ich sitze hier in meinem Garten wie die Spinne im Netz und laufend schauen interessante, anregende Menschen herein. Und der eine oder die andere werden dabei auch zu neuen Freunden.

Die Elefantenohr-Feige liefert erstmals Früchte.
Die Elefantenohr-Feige liefert erstmals Früchte.
Selten oder nie befindet sich unter meinen Gartenbesuchern ein sogenanntes „Arschloch“ (oder „Arschlöchli“, in der Schweiz verwenden wir ja gerne die Verkleinerungsform, den Diminutiv), meistens sind meine Gartenfreunde interessante, interessierte Zeitgenossen, von denen ich auch etwas lernen kann, zum Beispiel von jenem Professor fürs Backen.

Mit dem Velo: Zürich-Teheran

Dieser deutsche Professor, der vor etwa einem Jahr im Garten auf Besuch war, konnte alle diese chemischen und physikalischen Prozesse erklären, wie sie entstehen, wenn wir beispielsweise ein Brot oder einen Kuchen backen. Er hätte auch gewusst, wieso der Blätterteig beim Backen an Volumen gewinnt. Mir hat er seinerseits eine interessante Frage gestellt, nämlich, wie ich denn die Schokolade meinen Besuchern der „Schokoladen-Akademie“ präsentieren wolle? In diesen tropischen Temperaturen läuft sie in Tafelform nämlich – auch schon nach kürzester Zeit – davon, wird matschig, klebrig, unansehnlich, sie gibt dann gar kein einladendes Bild ab, ihr fehlt die „Coolness“ der Riegel völlig.

Mit der heißen Schokolade, die wir vor den Augen der Besucher zubereiten, ist das kein Problem: Die geben wir auf halbgefrorenen Joghurt, damit kann sie gut probiert werden ohne dass man sich dabei den Mund verbrennt.

Das Warten hat sich ge­lohnt: Seltsame Ananas…
Das Warten hat sich ge­lohnt: Seltsame Ananas…

Die Antwort hat mir nun meine neue Freundin Lilo geliefert, eine sehr originelle und patente Person, die auch schon einmal, und zwar mausallein, von Zürich nach Teheran geradelt ist, nicht für jeden oder jede gerade eine zwingende Route, die man unbedingt einmal gefahren sein wollte. Bei ihrem letzten Besuch hat sie mir ein paar interessante Samen aus Borneo mitgebracht, die ich schließlich als Solanum ferox identifizieren konnte. Mich erinnern die gegoogelten Bilder stark an Solanum quitoense, eine Pflanze oder Frucht, die ich erstmals in Kolumbien gesehen habe, und die jetzt, neun Monate später, hier in Pattaya zwei erste Früchte trägt. Dank Lilo muss ich jetzt natürlich auch so rasch wie möglich mal auf dieses Borneo, wo ich wirklich noch nie war!

Ein sehr delikates Kuchenrezept

Beim vorletzten Besuch hat mir Lilo einen selbst gebackenen Schokoladenkuchen mitgebracht, und zwar in gefrorener Form. Erstens war das eine köstliche Schokoladen-Erfahrung, der Kuchen schmeckt wunderbar! Und zweitens kann er tiefgefroren gegessen werden, er ist nicht „hart“, sondern auch bei Minusgraden buchstäblich butterweich, enthält übrigens auch viel Butter. Diese Eigenschaft macht ihn zum idealen Produkt zum Verkosten an unserer „Schokoladen-Akademie“. Eben habe ich einen ersten „eigenen“ gebacken, es ist keine Hexerei.

Diese Riesenbananen wer-den bis zu 500 g schwer.
Diese Riesenbananen werden bis zu 500 g schwer.

Man nehme 170 g Butter und 200 g Schokolade (falls nicht aus dem eigenen Garten, die schwarze aus dem Supermarkt nehmen), langsam schmelzen lassen. 150 g Zucker einrühren, bis er vergangen ist, einen Teelöffel Backpulver einrühren. In einer Schüssel etwas auskühlen lassen. 4 Eier verrühren, Vanillezucker nach eigenem Gutdünken drunter geben, nun die gesamte Masse gut mischen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und bei 180 Grad etwa 30 Minuten backen.

Sonst noch erwähnenswert: Erste Elefantenohr-Feigen (Ficus auriculata) haben sich gezeigt, die Ananas, die statt einer Frucht deren 100 Mini-Früchte produziert, wird immer interessanter. Und es gab mal wieder Riesenbananen, die bis 500 g wiegen und sehr gut schmecken. Sollte ein dicker Schlaumeier mal von seinem Arzt auf eine strikte Diät gesetzt werden, die nur eine einzige Banane pro Woche erlaubt, kann er seinen Arzt mit dieser Sorte kaustisch austricksen…

Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957@gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite www.discovery-garden.net oder Facebookseite.

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