Kreml zum Gipfel von Putin und Biden

Es gab keine Durchbrüche

Foto: Mikhail Metzel/Pool Tass/dpa
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MOSKAU: Nach dem Video-Gipfel von Russlands Staatschef Wladimir Putin mit seinem US-Kollegen Joe Biden sieht der Kreml keine Durchbrüche in wichtigen Fragen. «Ich denke, dass diese Situation weder uns noch die Amerikaner zufriedenstellt», sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow am Mittwochmorgen der Agentur Interfax zufolge. Die Beziehungen gäben Anlass zur Sorge. Aber beide Seiten hätten ihren Willen gezeigt, weiter daran zu arbeiten.

Uschakow äußerte sich auch zur westlichen Kritik an den russischen Truppen unweit der Grenze zur Ukraine und betonte: «Sie bedrohen niemanden». Auf die Frage zu einem möglichen Rückzug der Soldaten nach dem Gipfel antwortete er: «Ich verstehe nicht ganz, wohin wir unsere eigenen Streitkräfte zurückziehen sollen? Sie befinden sich doch auf russischem Gebiet.» Zugleich zeigte er sich verwundert, dass die USA besorgt seien wegen russischer Soldaten, die sich Tausende Kilometer weit von Amerika auf ihrem eigenen Gebiet befänden.

Bei dem Video-Gipfel am Dienstagabend sei an keiner Stelle die Rede davon gewesen, dass es die Möglichkeit einer russischen Invasion in der Ukraine geben könnte, sagte Uschakow. Auf die Frage, ob er nun mit einer weiteren Zuspitzung in dem wegen verschiedener Konflikte ohnehin angespannten Verhältnis beider Länder sieht, antwortete Uschakow: «Wir werden sehen, wie sich dieses Gespräch in konkretes Handeln, in konkrete Schritte umsetzen lässt.»

Der Gipfel der beiden Präsidenten am Dienstagabend endete bereits nach gut zwei Stunden. Ursprünglich war mit einem längeren Austausch gerechnet worden. Beim Ukraine-Konflikt gab es keine Annäherung.

US-Präsident Biden habe über mögliche Sanktionen gesprochen, sagte Uschakow. «Unser Präsident sagte daraufhin, dass Sanktionen für Russland nicht neu sind, dass sie schon lange angewendet werden und auch für die USA keine positiven Auswirkungen haben.»

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Ingo Kerp 09.12.21 15:40
Der letzte Satz des obigen Artikels trifft den Punkt. Alle bisher verfügten und durchgesetzten Sanktionen, egal von wem gegen welches Land auch immer, nichts, absolut nichts haben sie bewirkt auf politischer Ebene. Kein einziger Erfolg ist zu vermelden und keine Veränderung, wie von den Amis gewollt, hat es gegeben. Das einzig Erreichbare der Sanktionen ist die Tatsache, das sie das Leid der Bevoelkerung weiter verschlimmert haben.