Kreml warnt: Oligarchen nicht ausladen

MOSKAU/DAVOS (dpa) - Russland hat das Weltwirtschaftsforum (WEF) davor gewarnt, drei russische Oligarchen von seinem Jahrestreffen in Davos auszuladen. Das Forum untergrabe damit seine eigenen Grundlagen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. Er reagierte auf einen Bericht der «Financial Times» (Dienstag), wonach das WEF drei prominenten russischen Geschäftsleuten, gegen die US-Sanktionen verhängt wurden, nahegelegt habe, nicht an dem Treffen Ende Januar teilzunehmen. Das WEF wollte den Bericht nicht kommentieren.

Betroffen sind laut Kreml die Unternehmer Oleg Deripaska (EN+ Group), Viktor Wekselberg (Renova) und Andrej Kostin (VTB Bank). Unternehmer wie diese Geschäftsleute hätten Davos erst zu einer renommierten Veranstaltung gemacht, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin russischen Agenturen zufolge.

Wie die «FT» unter Berufung auf Insider berichtete, haben die USA großen Druck auf das WEF ausgeübt, die Oligarchen auszuladen. Das Trio steht seit April unter US-Sanktionen. Die Regierung in Washington macht die Unternehmer dafür verantwortlich, dass sie sich an einer autoritären und gegen den Westen gerichteten Politik des Kremls bereicherten.

Beim Weltwirtschaftsforum, das jeweils im Januar veranstaltet wird, treffen sich Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler. Sie diskutieren über aktuelle Themen und suchen Antworten auf politische, soziale und wirtschaftliche Probleme. Sowohl Deripaska als auch Kostin und Wekselberg hatten bereits mehrfach am WEF-Jahrestreffen teilgenommen.

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