Kreml: Putin-Biden-Gipfel auf vier bis fünf Stunden angesetzt

Die Flaggen der USA, Russlands und der Schweiz wehen am Internationalen Flughafen Genf anlässlich des bevorstehenden Gipfels zwischen den USA und Russland in Genf. Foto: epa/Martialisch Trezzini
Die Flaggen der USA, Russlands und der Schweiz wehen am Internationalen Flughafen Genf anlässlich des bevorstehenden Gipfels zwischen den USA und Russland in Genf. Foto: epa/Martialisch Trezzini

MOSKAU: Der Kreml erwartet bei dem Gipfel des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem US-Kollegen Joe Biden eine Sitzungsdauer von vier bis fünf Stunden an diesem Mittwochnachmittag. Es seien aber in der Zeit auch Pausen vorgesehen und ein Wechsel an Formaten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau. Der Start ist dem Kreml zufolge für 13.00 Uhr in der Villa La Grange am Genfersee geplant.

Zugleich warnte Peskow einmal mehr vor überzogenen Erwartungen etwa an einen inzwischen viel diskutierten Austausch von inhaftierten russischen Staatsbürgern in den USA mit US-Bürgern in Moskauer Haft. Es sei voreilig, darüber zu sprechen, bevor die beiden Staatschefs das Thema wirklich berührten bei ihrem Gipfel. Putin hatte in einem Interview mit dem US-Sender NBC gesagt, dass es grundsätzlich die Möglichkeit gebe für einen Austausch von Verurteilten.

Nach einer Kreml-Mitteilung wollen Putin und Biden Schlüsselfragen der bilateralen Zusammenarbeit klären bei dem Treffen. Die Beziehungen seien in einem «nicht zufriedenstellenden Zustand». In vielen Bereichen gebe es gar keinen Kontakt mehr. Der Kreml verwies in der Mitteilung zudem darauf, dass die USA 2017 Russland offiziell zu ihrem «Gegner» und zur «Hauptgefahr für die nationale Sicherheit» erklärt und seither immer wieder Anschuldigungen erhoben hätten.

Seit 2011 seien 96 Mal US-Sanktionen gegen Russland eingeführt worden, darunter dreimal unter Biden, hieß es. Moskau habe trotzdem immer wieder die Bereitschaft zum Dialog unter Wertschätzung gegenseitiger Interessen angeboten. «Wir gehen davon aus, dass die Normalisierung der bilateralen Beziehungen für beide Seiten gleichermaßen notwendig ist.»

Bei dem Treffen solle es auch um Perspektiven des russisch-amerikanischen Handels gehen. Nach Kreml-Angaben setzen viele US-Unternehmen ungeachtet der Sanktionen und Spannungen weiter auf den russischen Markt. Allein beim St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum seien Anfang dieses Monats mehr als 200 US-Unternehmer gewesen. 3000 Firmen mit US-Kapital seien in Russland tätig.

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