Kredithai soll Granate auf Haus geworfen haben

Bild: MGR Online
Bild: MGR Online

PHATTALUNG: In Phattalung im Süden des Landes soll ein Kredithai eine Handgranate in das Haus einer Frau geworfen haben, nachdem diese ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen war.

Die Polizei wurde am Donnerstag (29. September 2022) um 14.00 Uhr zu einem Haus im Bezirk Mueang gerufen, nachdem ein Gärtner einen Sprengsatz im Gras entdeckt hatte. Die Polizei evakuierte die Nachbarn und rief Beamte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (EOD) an den Tatort.

Die EOD-Beamten identifizierten die Bombe als eine tödliche M67-Granate, die vom US-Militär verwendet wird. Derjenige, der die Granate geworfen hatte, wollte sie explodieren lassen, weil sie bereits gezündet worden war. Aus irgendeinem Grund ist die Granate jedoch nicht explodiert. Niemand weiß, wie lange sie im Gras lag.

An einem ländlichen Ort wurde die Granate vom EOD-Team entschärft, was zu einer gewaltigen, kontrollierten Explosion führte.

Das 59-jährige Opfer erzählte der Presse, dass es nicht das erste Mal sei, dass sie zur Zielscheibe geworden ist. Sie zeigte der Polizei Videoaufnahmen vom August dieses Jahres, auf denen zu sehen war, wie ein Angreifer auf einem Motorrad ohne Nummernschild zu ihrem Haus fuhr. Der Mann feuerte mit einer 9-mm-Pistole auf ihr Haus und flüchtete.

Durch die Schüsse wurde das Haus beschädigt, aber zum Glück wurde niemand verletzt. Die Frau sagte, dass im vergangenen Jahr eine Gruppe von Männern selbstgebastelte „Ping-Pong“-Bomben auf ihr Haus geworfen habe. Auch hier wurde sie nicht verletzt, aber sie hatte große Angst.

Sie erklärte, dass sie im Namen ihrer Kinder einen hoch verzinsten Kredit bei einem inoffiziellen Kreditgeber aus dem Bezirk Kong Ra aufgenommen habe. Da sie jedoch die Rückzahlungen nicht leisten konnte, wurde sie mehrmals zur Zielscheibe. Jetzt fürchtet sie so sehr um ihr Leben, dass sie aus der Provinz geflohen ist.

Im vergangenen Monat hat ein Auftragskiller im Namen eines Kredithais in der Provinz Phatthalung einen 62-jährigen Schuldner erschossen und eine weitere Person angeschossen und verletzt. Der Schuldner hatte sich angeblich 30.000 Baht mit einem Zinssatz von 30 Prozent pro Monat geliehen und wurde getötet, als er die Rückzahlung nicht mehr leisten konnte.

Thailands einschüchternde „Kredithaie“ gehen bis zum Äußersten, um an ihr Geld zu kommen. Im Juli brach ein Kredithai in das Haus einer Schuldnerin in der Provinz Phetchabun ein und verteilte stinkenden, vergorenen Fisch in ihrer Wohnung und in ihren Sachen.

Die Aufnahme von Krediten bei inoffiziellen Gläubigern ist nicht ratsam, sondern oft eher ein Fall von Verzweiflung als von Bereitschaft. Die Verschuldung der thailändischen Haushalte ist so hoch wie nie zuvor, und die Menschen haben das Gefühl, dass die Aufnahme eines hoch verzinsten Kredits bei einem illegalen Kreditgeber ihre einzige Möglichkeit ist, selbst wenn sie damit ihre Sicherheit gefährden.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Egon 01.10.22 14:40
Recht haben Sie, Herr Kerp.
Vor allem im letzten Satz.
Ingo Kerp 01.10.22 13:20
Wer einen Kredit mit 30% Monatszinsen aufnimmt, muß schon sehr verzweifelt sein. Ob da nicht der Ortsbürgermeister oder die Verwaltung einen Weg der Hilfe wüßte? Solange die geplagte Frau den Kredit nicht zurückzahlt, was sie offensichtlich nicht kann, wird sie keine Ruhe haben. Aber, man muß sich auch die Frage stellen, was sind das für Kinder, die ihre Mutter in so eine Situation bringen?