Krebskranker Ausländer will Gerechtigkeit

Patienten im Wartesaal in einem staatlichen Krankenhaus. Ein holländischer Resident geht gegen den Ausländerpreisaufschlag in thailändischen Krankenhäusern vor und kämpft um Gerechtigkeit. Foto: pongmoji / Fotolia.com
Patienten im Wartesaal in einem staatlichen Krankenhaus. Ein holländischer Resident geht gegen den Ausländerpreisaufschlag in thailändischen Krankenhäusern vor und kämpft um Gerechtigkeit. Foto: pongmoji / Fotolia.com

HUA HIN: Ein an Prostatakrebs erkrankter Resident aus den Niederlanden, der seit vier Jahren alle drei Monate auf eine medizinische Behandlung im Hua Hin Hospital angewiesen ist, kämpft um Gerechtigkeit und wirft dem Krankenhaus vor, ihm zu viel zu berechnen, einzig allein aus dem Grund, weil er Ausländer sei.

Gemäß dem 50-Jährigen stellte ihm das Krankenhaus bei jedem Besuch das Sechsfache des Thai-Preises – 300 Baht statt 50 Baht – in Rechnung sowie 15 Prozent Ausländerzuschlag. Er reichte bei den Gesundheitsbehörden Beschwerde ein, die ihm bestätigten, dass er im Recht sei. Ihm wurde daraufhin eine Rückzahlung von 12.746 Baht angeboten, die er jedoch ablehnte. Stattdessen ging er zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Der ehemalige Ingenieur lebt zusammen mit seiner thailändischen Frau in der Region Khlong Wan in Prachuap Khiri Khan und züchtet Ziegen. Für die Anfahrt und Rückreise zu seinem Wohnort legt er für jeden Krankenhausbesuch 200 Kilometer zurück.

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Jürgen Franke 06.09.19 10:00
Herr Loehr, es gibt ausreichend
Möglichkeiten für Ausländer, sich in Thailand gegen Krankheit zu versichern. Es muß nicht immer alles gesetzlich geregelt werden. Nutzen Sie einfach das Internet. Grundsätzlich sollte eine KV als Voraussetzung zur Erlangung eines Visum sein. Die Verkehrsverhältnisse in Thailand zwingen gradezu, zumindest eine Unfallversicherung abzuschließen.
Helmut Loehr 06.09.19 02:08
Allgemeine Krankenversicherung für Ausländer
Zu diesem Thema möchte ich folgendes berichten, weil ich denke, dass eine richtige gesetzliche Krankenversicherung, für Ausländer "in Thailand' eingeführt werden sollte.
Ich war vier Jahre mit einer Thailänderin verheiratet. Gleich zu Beginn unserer Ehe erkrankte sie in Deutschland an Brustkrebs.
Durch abtasten habe ich diesen" Verdacht" erkannt und nach dem Besuch einer Frauenärztin ging es dann los.
Über zwei Jahre Behandlung. Zwei OP, Bestrahlung, Chemotherapie, Antikörpertherapie. Nach all diesen Behandlungen galt sie als geheilt, weil der Krebs nicht gestreut war.
Ich wünsche mir, dass es uns Rentnern und zukünftigen Rentnern in Thailand, wir erhalten die Möglichkeit einer gesetzlichen Krankenversicherung. Zu normalen Konditionen und Preisen.
Die damalige Behandlung meine geschiedenen Frau muss ein kleines Vermögen gekostet haben. Diese Kosten wurden von meiner Familie Versicherung problemlos übernommen.
Vielen Dank.
Helmut Loehr
Stefan Hourier 03.08.19 15:33
Wichtiges Thema
Im Gegensatz zu den wie üblich zumeist nörgelnden und besserwisserischen Leser-Kommentaren finde ich es gut und wichtig, dass sich der Farang diesem Thema annimmt!

Es ist ja nichts Neues, dass die Spitäler gerne spezielle "Ausländer-Fees" verrechnen, und die Services (z.B. schlicht und einfach der Kauf von Medikamenten etc.) fast immer ein Vielfaches dessen kosten, was sie für Thais kosten. Nicht zuletzt deshalb ist für viele Ausländer der Aufenthalt in Thailand unbezahlbar geworden: wenn man einmal ernsthaft krank werden sollte, kann der Besuch eines Spitals ruinös sein (dass man eine Versicherung und genügend Bar-Reserven haben sollte, ist klar). Das war nicht immer so. Aber die Preise haben seit einigen Jahren eine derartige Aufwärtsentwicklung erfahren, dass Behandlungen in anderen Ländern der Region auch nicht unbedingt schlechter, sicher aber günstiger sind (gilt z.B. auch für Zahnärzte oder andere Fachbereiche).
Jürgen Franke 02.08.19 14:35
Es ist nicht nachvollziehbar, aus
welchem Grund der Niederländer, vor dem im Artikel geschilderten Hintergrund, nicht gleich einen Anwalt eingeschaltet hat.
Jürg Hölzle 02.08.19 11:39
Die 300 Baht sind freiwillig!
Man muss die 300 Baht nur bezahlen, wenn man die «Fast Queue» benutzen und nicht stundenlang warten will. Der gute Mann wird mit seiner Klage kaum durchkommen und das Verfahren wird im wesentlich mehr kosten. Ich frage mich auch, wieso er nicht schon beim ersten Mal wegen des 15%-Zuschlags reklamiert hat?
Ronaldo 02.08.19 11:36
Ich verstehe diesen Holländer u.d. Artikel nicht
Wenn man im Hua Hin Hospital im "Foreigners Department" erscheint und sich zur Behandlung anmeldet, ist man bereits 500 THB los. Danach erst erfolgt die Weiterleitung von dieser Abteilung an den entsprechenden Facharzt, wo evtl. weitere Behandlungskosten sowie Kosten für Medikamente dazukommen. In den 500 THB ist der "Express-Service" inklusive. Ohne den wartet man zwischen 2-5 Stunden bis zur Behandlung, für Ultraschall- oder CT-Termine in der Regel 2-3 Monate! Diesen Holländer verstehe ich nicht. Wenn ich ein ernstes Problem wie Krebs habe, gehe ich zu den Spezialisten einer Privatklinik in BKK oder zurück in mein Heimatland, falls mir die finanziellen Mittel dazu fehlen. Wer sich mit Krebs im HHH behandeln lässt, spielt mit seiner Gesundheit. Zuletzt möchte ich noch erwähnen: die Preisunterschiede zwischen HHH und den Privaten liegen nur noch zwischen 0 und 20 %. Warum er die angebotene Entschädigung ablehnt und klagen will, bleibt völlig unklar.