Kovac gefordert: Coutinho-Einbau unter Zeitdruck

Klopp gratuliert

Foto: epa/Philipp Guelland
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MÜNCHEN (dpa) - Schon am Samstag könnte Philippe Coutinho auf Schalke erstmals in der Bundesliga auflaufen. Bayerns neuer «Hochkaräter» lockt schon beim ersten Training im Münchner Regen viele Fans an. Positiv äußern sich sein Ex-Trainer in Liverpool und sein Vorgänger mit der Nummer 10.

Robert Lewandowski suchte auf dem Trainingsplatz sofort auffällig die Nähe zu Philippe Coutinho. Der Torjäger und der neue Starspieler der Fußball-Bundesliga sollen sich beim FC Bayern München zu einem neuen Traumpaar ergänzen. «Man hat ja gesehen, was das für ein Kicker ist», sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic breit grinsend nach dem Trainingseinstand von Coutinho, den im Münchner Regen immerhin 1.600 Fans auf dem Vereinsgelände hautnah miterlebten.

«Zu diesem Zeitpunkt sind wir zufrieden, welche Hochkaräter wir nach München geholt haben», sagte Salihamidzic natürlich besonders mit dem Blick auf den zunächst für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehenen Brasilianer. Jetzt gelte es, alles aus dem Team «herauszukitzeln», betonte der Sportdirektor. «Mit so einem Spieler kann man ohne Probleme ab dem ersten Spiel zusammenspielen», hatte Lewandowski bereits bei der Bekanntgabe des Transfers von Coutinho prophezeit.

Eine Gratulation zum Coutinho-Coup erreichte den Rekordmeister auch aus England. «Das ist ein super Spieler, ein super Junge», äußerte Jürgen Klopp in einer Zuschaltung beim «Sport-Bild-Award» in Hamburg. «Wir haben ihn damals super ungern abgegeben», sagte der Trainer des Champions-League-Siegers FC Liverpool zum Wechsel von Coutinho Anfang 2018 nach Barcelona. «Er ist ein Weltklassespieler, der im richtigen Umfeld seine Leistung bringt», bemerkte Klopp.

Auch Arjen Robben äußerte sich als Gaststar in Hamburg positiv über seinen Nachfolger mit der Nummer 10 in München. «Das ist ein super Spieler. Alle kennen ihn. Er wird etwas Zeit brauchen. Mit seinen Fähigkeiten wird er aber einschlagen. Hoffentlich kann er es diese Saison zeigen und Bayern helfen», sagte der 35-jährige Holländer.

Trainer Niko Kovac muss nun unter Zeitdruck Coutinho ins Münchner Team einbauen. Beim Warmlaufen gesellte sich Lewandowski am Dienstag gleich zum neuen Kollegen, sprach mit ihm. Im Mittelpunkt des ersten Trainings, bei dem auch das aus Gladbach geholte Mittelfeldtalent Michaël Cuisance (20) erstmals dabei war, standen Angriffszüge mit höchstem Tempo. Beim 27-jährigen Coutinho blitzten die Stärken am Ball auf, ob im Dribbling, bei präzisen Pässen oder der Ruhe beim Torabschluss. Am Ende des abschließenden Übungsspiel auf einem verkleinerten Spielfeld wirkte der neue Bayern-Star erschöpft.

Nach dem Einsatz für Brasilien bei der Copa America im Sommer fehlen Coutinho noch Einheiten. «Klar, will ich mich so gut wie möglich vorbereiten, um bald spielbereit zu sein», hatte Coutinho am Montag bei seiner Präsentation erklärt. Gleich am Samstag könnte er trotz Rückstandes auf Schalke gleich sein Bundesligadebüt feiern. «Der Trainer wird das entscheiden», sagte Salihamidzic diplomatisch.

Nur zwei Ligaspiele bleiben vor der Länderspielpause Anfang September zur ersten Eingewöhnung des brasilianischen Nationalspielers. Danach geht die Saison dann richtig los, auch die Champions League beginnt.

Ein Mann für die Zukunft ist Michaël Cuisance, der die Trikotnummer 11 des Kolumbianers James übernommen hat. «Ich will hart arbeiten, gut trainieren, mich anpassen und alles geben, um mit der Mannschaft die Saisonziele zu erreichen», sagte der 20 Jahre alte Franzose, der für rund zehn Millionen Euro aus Gladbach kam und bis 2024 gebunden wurde. Als Vorbild nannte Frankreichs U20-Auswahlspieler Zinedine Zidane. Salihamidzic traut dem Youngster viel zu: «Er hat großes Potenzial und einen linken Fuß, da ist richtig Musik drin.»

Gelassen reagierte Cuisance bei seiner Vorstellung auf die Vorwürfe der Verantwortlichen seines Ex-Clubs. «Nein, das ärgert mich nicht. Ich bin Gladbach dankbar, dass ich dort meine ersten Bundesligaspiele machen konnte», sagte er zur Kritik von Manager Max Eberl und Trainer Marco an gewissen «Verhaltensweisen» des Jungprofis. Cuisance soll etwa in Gladbach eine Stammplatzgarantie gefordert haben. Solche Wunschvorstellungen vermied der 20-Jährige zum Start in München.

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