Koran zerrissen: Indonesier zu drei Jahren Haft verurteilt

Die Große Moschee in Medan, Indonesien. Foto: epa/Dedi Sinuhaji
Die Große Moschee in Medan, Indonesien. Foto: epa/Dedi Sinuhaji

JAKARTA/MEDAN: Weil er einen Koran zerrissen hat, ist ein Mann in Indonesien zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 44-Jährige hatte in einer Moschee auf der Insel Sumatra eine Ausgabe der heiligen Schrift des Islam entwendet und dann in Stücke gerissen und weggeworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar vier Jahre Haft gefordert.

Menschenrechtler kritisierten am Mittwoch das harte Urteil. «Er hätte wegen Diebstahls angeklagt werden sollen», sagte Andreas Harsono von Human Rights Watch Indonesien. Das Urteil reihe sich in eine lange Liste von Opfern der strengen Blasphemiegesetze in dem südostasiatischen Land ein.

Seit Präsident Joko Widodo im Jahr 2014 ins Amt gekommen sei, habe es in dem Inselstaat mindestens 40 Fälle von religiöser Blasphemie gegeben, so Harsono. Bis auf einen Angeklagten seien alle zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Indonesien ist das Land mit der weltweit größten Zahl an Muslimen.

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