Konflikte und ökologische Bedrohungen sind Teufelskreis

Symbolfoto: Freepik
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LONDON: Politische Konflikte und ökologische Bedrohungen hängen oft eng miteinander zusammen und verschlechtern sich gegenseitig. Zu diesem Schluss kommen Forscher in einer aktuellen internationalen Studie - und schlagen Alarm.

Politische Konflikte und ökologische Bedrohungen hängen einer aktuellen internationalen Analyse zufolge eng miteinander zusammen. Die Zerstörung von Umweltressourcen mache Konflikte wahrscheinlicher, und diese wiederum führten zu einer weiteren Zerstörung, schreiben die Forscher der Denkfabrik Institute for Economics and Peace in ihrem aktuellen «Ecological Threat Report», der am Donnerstag in London vorgestellt wurde. Die Industriestaaten seien dazu aufgerufen, entsprechende Mittel bereitzustellen, um die Widerstandsfähigkeit von Krisenregionen zu stärken.

Auf Basis einer Auswertung von Daten zur Verfügbarkeit von Wasser und Lebensmitteln, Bevölkerungswachstum und vielen weiteren Faktoren aus 178 Staaten kommen die Wissenschaftler zu folgendem Schluss: 11 der 15 Staaten, die am stärksten unter ökologischen Bedrohungen leiden, darunter viele afrikanische Länder sowie Afghanistan und Pakistan, sind aktuell auch von Konflikten betroffen. Bei den restlichen ist das Risiko hoch, dass sich ihre Stabilität verschlechtern könnte.

Als eines der aktuell größten Probleme haben die Forscher die Lebensmittelknappheit identifiziert. Im Jahr 2020 litt demnach fast ein Drittel der Weltbevölkerung unter Ernährungsunsicherheit, was im Vergleich zu 2014 einen Anstieg von 44 Prozent darstellt - die Tendenz ist weiterhin steigend.

Die Denkfabrik sieht einen Zusammenhang zwischen Unterernährung und höherer Gewaltbereitschaft, die noch weiter erforscht werden müsse. So litten aber etwa in 14 Ländern der Subsahara mehr als zehn Prozent der jungen Männer an Untergewicht. Gleichzeitig gehören diese Staaten zu den am wenigsten friedvollen Regionen der Welt.

Neben konkreten Konflikten und Bedrohungen wurden auch Einstellungen zu aktuellen Problemen und Herausforderungen untersucht. Dabei kam heraus, dass nur knapp ein Viertel der chinesischen Bürgerinnen und Bürger den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung ansieht. Damit liegt das Land, das weltweit die meisten klimaschädlichen Emissionen verursacht, der Analyse zufolge auf Platz sieben der am wenigsten besorgten Länder. Die Forscher betonen, der voranschreitende Klimawandel und seine Folgen beschleunigten und verstärkten den bestehenden Teufelskreis.

Mit Blick auf die anstehende Weltklimakonferenz in Glasgow sagte Steve Killelea, der Gründer des Institute for Economics and Peace: «Die COP26 bietet die ideale Gelegenheit für Regierungschefs anzuerkennen, dass die ökologischen Bedrohungen von heute adressiert werden müssen, bevor der Klimawandel sie erheblich beschleunigt und es Billionen mehr kostet, sie zu bekämpfen.»

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