Venezuela leugnet humanitäre Krise

 Kolumbianischer Präsident Juan Manuel Santos. Foto: epa/Tamas Kovacs
Kolumbianischer Präsident Juan Manuel Santos. Foto: epa/Tamas Kovacs

MÜNSTER (dpa) - Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat sich besorgt über die zunehmende Zahl der Einwanderer aus dem kriselnden Nachbarland Venezuela geäußert.

«Wir benötigen internationale Hilfe, die Situation ist sehr schwierig», sagte er am Rande des Katholikentages in Münster der Deutschen Presse-Agentur. Der sozialistischen Regierung Venezuelas warf er vor, die humanitäre Krise zu leugnen und dadurch die Lage zu verschärfen.

Wegen der desolaten Wirtschafts- und Versorgungslage in Venezuela verlassen immer mehr Menschen das Erdöl-Land. Nach Angaben der Einwanderungsbehörde leben bereits mehr als 650 000 Venezolaner dauerhaft in Kolumbien, das rund 49 Millionen Einwohner hat. «Mit dem venezolanischen Volk sind wir solidarisch, nicht aber mit dem räuberischen Regime, das diese humanitäre Krise verursacht», betonte Santos, der einen Politikwechsel in Venezuela fordert.

Das Ergebnis der anstehenden Präsidentenwahl dort werde die Regierung in Bogotá nicht anerkennen, sagte Santos. Venezuelas Opposition, mehrere internationale Organisationen und auch andere Staaten befürchten, dass die Abstimmung nicht frei und fair ablaufen wird. Die Wiederwahl von Staatschef Nicolás Maduro am 20. Mai gilt als sicher.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder
Thomas Sylten 13.05.18 15:02
Sehr geehrter Herr Becker, möglicherweise bemerken Sie nicht, wie sehr auch wir hier im Westen einer enormen Propaganda regime-change-williger Kräfte unterliegen, vielleicht weil das Berichtete Ihrer Weltsicht entspricht. Zwar ist der Anwurf der Korruption auch im Fall Venezuelas nicht völlig unberechtigt, aber weit entfernt von anderen Ländern der Region unter anderem politischen Vorzeichen. Auch in Venezuela konnte ich VOR der sogn. "Bolivarischen Revolution" nur mit extra Schmiergeld beim Immigration-Beamten einreisen - er zückte vorher einfach nicht den Stempel. Das hat sich erst während der Chavez-Zeit grundlegend geändert - wurde also wesentlich besser (sicher nicht perfekt) in der von Ihnen so geschmähten sozialistischen Ära. Ich denke, man muss schon mit ordentlichen Scheuklappen gesegnet sein, wenn man die teils mörderische Korruption und Unterdrückung Andersdenkender in den Nachbarländern wie gerade Kolumbien, aber auch Mexiko und vor allem Honduras (fast täglich politische Morde an Oppositionellen / Journalisten) etc.pp. so galant unter den Tisch fallen lässt, während eine Regierung, die die Privilegien der reichen Oberschicht annagt und sich ganz bewusst den Bedürnissen der Mittel- und Unterschicht zuwendet, so einseitig angefeindet wird. Venezuela wird zurzeit propagandistisch sturmreif geschossen, um eine militärische Invasion von außen vor der Weltgemeinschaft zu rechtfertigen und die angesetzten Wahlen zu verhindern. Ein Schelm wer Böses denkt ?
Thomas Sylten 13.05.18 13:43
Leider ebenfalls ein einseitiger Artikel, der sich in das propagandistische Trommelfeuer gegen Venezuelas gewählte Regierung reiht: Die anstehende Wahl wird von außen als "möglicherweise nicht frei" beurteilt, während ALLE internationalen Wahlbeobachter immer wieder die hohe Qualität des venezolanischen Wahlsystems loben, wo die elektronische Erfassung - anders als z.B. in USA - mit Papierquittungen in der Urne das Ergebnis jederzeit leicht überprüfbar macht. ÜBERALL sind Wahlbeobachter ALLER Parteien, NGO's etc zugelassen, ALLE Wahllokale können beobachtet werden. Genau DIES will die Oberschicht-"Opposition" verhindern und lieber eine militärische Wiederherstellung ihrer Privilegien durchsetzen..