Klimawandel setzt Komodowaran zu

«stark gefährdet» auf Roter Liste

Die Besucher sehen Naga, einen neun Jahre alten Komodowaran, der von einem Tierpfleger in einem Terrarium im Aquatis gepflegt wird. Archivfoto: epa/LAURENT GILLIERON
Die Besucher sehen Naga, einen neun Jahre alten Komodowaran, der von einem Tierpfleger in einem Terrarium im Aquatis gepflegt wird. Archivfoto: epa/LAURENT GILLIERON

GLAND/MARSEILLE: Die größte lebende Echse der Welt, der Komodowaran in Indonesien, ist stärker bedroht als bislang gedacht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft ihn auf ihrer Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten seit Samstag als «stark gefährdet» ein. Damit rückt er auf der Skala des Aussterbens eine Stufe höher.

Die IUCN ordnet untersuchte Arten in acht Kategorien ein, von «ungenügender Datengrundlage» bis «ausgestorben». «Stark gefährdet» ist Stufe 5. Insgesamt sind auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten nun fast 140.000 Arten, von denen fast 40.000 vom Aussterben bedroht sind.

Dem Komodowaran setzt nach IUCN-Angaben der Klimawandel zu. Durch steigende Meeresspiegel verschwinde in den nächsten 45 Jahren wohl ein Drittel seines Lebensraums: Die bis zu drei Meter langen Allesfresser leben sein Millionen Jahren im Osten Indonesiens, im Komodo-Nationalpark und auf der angrenzenden Insel Flores. Es gibt nach Schätzungen noch rund 6000 Tiere.

Bessere Nachrichten hat die IUCN bei den Thunfischen: Die Bestände von vier der sieben populärsten Thunfischarten haben sich nach Jahrzehnten mit Schutzmaßnahmen erholt. Fischfangquoten und konsequente Maßnahmen gegen illegale Fischerei zeigten Wirkung.

Die IUCN schätzt zum Beispiel, dass die Zahl der aus dem Mittelmeer stammenden Blauflossen-Thunfische (Thunnus thynnus) innerhalb der vergangenen vier Jahrzehnte um 22 Prozent gestiegen ist. Diese Art war bislang als «stark gefährdet» gelistet, verbesserte sich aber gleich um drei Stufen. Sie gilt jetzt gar nicht mehr als gefährdet. Das gilt auch für den Weißen Thun (Thunnus alalunga) und den Gelbflossen-Thun (Thunnus albacares), die sich um eine Stufe verbesserten. Leicht erholt hat sich auch der Bestand des nach wie vor stark gefährdeten Südlichen Blauflossen-Thunfischs (Thunnus maccoyii), der von Kategorie 6 auf 5 gestuft wurde.

Die IUCN setzt sich für Natur- und Artenschutz ein. Sie hat mehr als 1300 Mitglieder, darunter Ministerien, Bundesämter, Naturschutzverbände und Forschungsinstitute. Die hält zur Zeit in Marseille ihren Artenschutzkongress ab.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Hansruedi Bütler 05.09.21 16:52
Auch hier im Norden gibt es den Bindenwaran
Beim Waldspaziergang mit den Hunden sehe ich regelmäßig Waranspuren.
Letzthin, im hohen Gras huschte ein ca. 1 m langes Jungtier direkt vor meinen Füßen vorbei.
Ich war leider zu langsam, ansonsten hätte ich ihn in den Bergwald verfrachtet, denn die Bewohner hier bejagen Warane und verkochen sie zu Currys.
Wenn man den Waran am richtigen Ort zu fassen bekommt, geht das gut aus, ansonsten macht man schmerzliche Bekanntschaft.
Volker Picard 05.09.21 12:20
Wir haben auch in Thailand
Warane, allerdings nicht so große. Unsere Warane sind freundlich, greifen normalerweise keine Menschen an, wenn man sie nicht in die Enge treibt. Vor einer Woche hatte wir in unserem Garten wieder Waran-Besuch, der sich dann in der Nacht umorientierte.