Kirchenkritiker Adolf Holl im Alter von 89 Jahren gestorben

Foto: Twitter/@neshoeti92
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WIEN (dpa) - Der österreichische Kirchenkritiker Adolf Holl ist am Donnerstag im Alter von 89 Jahren gestorben.

Das teilte der Residenz Verlag in Wien mit. Der Theologe und Priester erregte in den 1970er Jahren den Zorn der Kirche. In seinem Buch «Jesus in schlechter Gesellschaft» (1971) zeichnete er das Bild von Jesus als sanftem Revolutionär und Außenseiter. Bereits 1968 hatte Holl öffentlich die sogenannte Pillenenzyklika «Humanae vitae» und den Papst öffentlich kritisiert.

1973 wurde dem Dozenten für Religionswissenschaften die Lehrberechtigung entzogen. Später wurde er vom österreichischen Kardinal Franz König vom Priesteramt suspendiert. «Eigentlich müssten Sie eine neue Kirche gründen»«, bemerkte der Kardinal zu Holl. Danach erlangte Holl mit seinen nicht kirchenkonformen Fragestellungen Bekanntheit als Schriftsteller und Publizist. Seine Bücher («Die linke Hand Gottes», «Falls ich Papst werden sollte», «Können Priester fliegen? Plädoyer für den Wunderglauben») wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2000 wurde er Ehrendoktor der Universität Klagenfurt. 2003 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

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