KFZ-Zulieferer sollen medizinische Geräte herstellen

Um die weltweit gesunkene Nachfrage an Neuwagen zu kompensieren, sollen in den Produktionsstätten thailändischer Kfz-Zulieferer fortan auch medizinische Geräte oder Flugzeugteile gefertigt werden. Foto: Line Today
Um die weltweit gesunkene Nachfrage an Neuwagen zu kompensieren, sollen in den Produktionsstätten thailändischer Kfz-Zulieferer fortan auch medizinische Geräte oder Flugzeugteile gefertigt werden. Foto: Line Today

BANGKOK: Der Club der KFZ-Zulieferer im Verband der thailändischen Industrie (FTI) arbeitet an einer Studie mit dem Ziel, in den Produktionsstätten medizinische Geräte oder Flugzeugteile herzustellen.

Seit dem Ausbruch von Covid-19 ist die Nachfrage in der Automobil- und Autoteileindustrie erheblich zurückgegangen. Viele Betriebe schlossen monatelang, Beschäftigte wurden entlassen. Laut Pinai Sirinakorn, dem Vorsitzenden des FTI-Clubs, untersucht die Gruppe die Verlagerung der KFZ-Zulieferer auf andere Industrien wie medizinische Geräte und Flugzeugteile. Der Club will seine Mitglieder dabei unterstützen, ihre Unternehmen so anzupassen, dass sie überleben und auf lange Sicht weiterarbeiten können.

Nach Angaben des FTI gibt es in Thailand etwa 2.000 Autoteilefirmen, von denen 700 bis 800 Clubmitglieder sind. Die Unternehmen produzieren 80 Prozent der Teile für globale Automobilhersteller und 20 Prozent für den Servicebereich. Thailands Autobauer werden nach einem Bericht der „Bangkok Post“ in diesem Jahr die prognostizierte 1-Millionen-Einheiten-Schwelle nicht erreichen, es wird ein Rückgang um bis zu 50 Prozent gegenüber 2019 erwartet.

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Wolfgang Renz 27.05.20 19:21
Flugzeugteile?
Ich kann mir gut vorstellen dass die Kfz-Zulieferer medizinische Geräte für den Inlandbedarf herstellen könnten. Aber Flugzeugteile? Der Grossteil der Flugzeugflotten steht am Boden. Die Aufträge für die Flugzeugbauer werden nicht gerade sprudeln. Eine eigene Flugzeugindustrie hat Thailand meines Wissens nicht. Die etablierten Zulieferer der grossen Flugzeugbauer schwimmen auch nicht gerade in Arbeit. Da sollen die Hersteller auf neue Zulieferer gewartet haben? Zulieferer die keine Ahnung von ihrer Technologie und ihren Anforderungen haben? Da scheint mir viel Wunschdenken im Spiel zu sein. Und was macht man, wenn die Autoproduktion wieder anläuft? Einfach alles wieder zurück drehen. Gerade auf solche Zulieferer haben die Flugzeugbauer gewartet. Die erwarten, wenn schon langfristige, zuverlässige Partner. Aber wer weiß, vielleicht geht das Wunschdenken ja trotzdem in Erfüllung
Thomas Thoenes 27.05.20 15:37
Die Idee ist nicht verkehrt aber nicht mal eben
umgesetzt. Es dürfte wohl an Fachwissen und Maschinen mangeln um mal eben auf medizinische Geräte oder Flugzeugteile um zu steigen. Als Erweiterung sicher gut, aber das dauert und erfordert immense Investitionen bis die Produktion marktreif und konkurrenzfähig ist.
Ingo Kerp 27.05.20 15:36
Das ist zwar ein loebliches Unterfangen und eine Diversifizierung der momentanen Produktionen allerdings, Flugzeugteile und medizinische Geräte herzustellen erfordern einige Voraussetzungen. Es müssen mehr als nur Feile und Trennschleifer dafür zur Verfügung stehen und darüber hinaus Mitarbeiter an den dafür bisher unbekannten neuen Maschinen ausgebildet werden.Ein recht komplexes Thema, dennoch, viel Glück und Erfolg dabei.