Katzen und Hunde sollen angemeldet werden

Foto: epa/Narong Sangnak
Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Hunde- und Katzenhalter sollen künftig ihre Haustiere für 450 Baht registrieren lassen.

Laut dem Junta-Sprecher Sansern Kaewkamnerd hat das Kabinett am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, nach dem Besitzer von Haustieren 450 Baht zahlen müssen, um Hunde und Katzen registrieren zu lassen. Er sagte nicht, wann das Gesetz in Kraft treten wird. "Es gibt derzeit kein Gesetz, das die Besitzer verpflichtet, ihre Haustiere anzumelden. Dieser Mangel an Kontrolle führt zu mangelnder Sorgfalt, etwa dass Haustiere verhungern oder von Autos überfahren werden“, betonte Sansern. Er sagte weiter, die 450 Baht würden aus einer Registrierungsgebühr von 50 Baht, einem Logbuch des Haustieres für 100 Baht und einem Identifikationsgegenstand von 300 Baht bestehen. Wer seine Tiere nicht anmeldet, soll mit einer Geldstrafe bis zu 25.000 Baht bestraft werden. Das Gesetz bezieht sich laut „Khao Sod“ zunächst nur auf Hunde und Katzen, um die Zahl verlassener Haustiere zu reduzieren. Das Aussetzen führt zur Verbreitung von Infektionskrankheiten, die auf den Menschen übertragen werden können. Nach einem Bericht der „Bangkok Post“ will Landwirtschaftsminister Grisada Boonrach nach heftigen Protesten das Gesetz zurückziehen. Er kündigt öffentliche Anhörungen an, bevor das Gesetz endgültig vom Kabinett verabschiedet wird.

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Hansruedi Bütler 13/10/2018 12:03
Gesetz zur Anmeldung/Registrierung von Haustieren
Ich denke, dass es so ablaufen wird wie jedes Gesetz das Thais in eine "Verantwortung" zwingen würde! Zuerst ein großes Geschrei, dann ein noch grösserer Rückzug und das wars dann. Khon Thai lässt sich auch nicht per Gesetz in eine ihm unangenehme Schranke weisen. Dabei wäre der erste Schritt ganz einfach: Transponder, auch Mikrochip genannt, für ALLE Haustiere setzen, somit findet eine Identifikation der Besitzenden statt. Der zweite Schritt ist "brutal" aber notwendig! Nichtidentifizierte Tiere, für welche KEIN Besitzer gefunden werden kann, für eine Adoption freigeben. Verbleibende Tiere ohne Halter aus rechtlichen/gesundheitlichen Aspekten, dezimieren. Nur so kommt man dem Ziel näher. Alles andere ist Wischi-Waschi! Der dritte Schritt wäre dann, dass alle gechipten Tiere den gesetzlichen Gesundheitsvorschriften unterzogen werden müssen!!! Da alle Impfungen auch auf dem Chip vermerkt werden können, ist ein Auslesen der Daten jederzeit möglich. Bei Nichteinhaltung kann der Halter belangt werden! GENAU DAS WILL MAN ABER IN TH NICHT!!! Eine einmalige Registrierung-Gebühr ist dagegen ein belangloses Peanuts und wird darum eventuell auch vorgezogen. So bleibt die "Bewegungsfreiheit" von Khon Thai weitgehend erhalten und um nichts anderes geht es im Grunde genommen!
Wilfried Stevens 13/10/2018 01:35
Herr Jürgen Franke, schmunzel
Ja, man sollte mal darüber gesprochen haben...555...deshalb am Ende "die tatsächliche Umsetzbarkeit ein andere Sache... "
Jürgen Franke 12/10/2018 21:44
Herr Stevens, Ihr Gedanke, die
Bevölkerung Thailands "mehr zu sensibilisieren" finde ich super, denn das käme ja fast einer Umerziehung gleich. Ich gehe aber davon aus, dass Sie, als Kenner Thailands selbst vermuten, dass staatliche Eingriffe, was immer Sie selbst darunter verstehen, wenig bewirken werden. Aber es tut gut, darüber mal gesprochen zu haben.
Jürgen Franke 12/10/2018 21:43
Wir müssen akzeptieren, dass das Verhältnis
zu Tieren bei den Thais für Ausländer sehr gewöhnungsbedürftig ist. Katzen oder Hunde, die den Besitzer belasten, werden z.B. im Tempel abgegeben, genauer gesagt, in der Nacht über den Zaun geschmissen. Die permanenten und stereotype Forderungen der Farangs für alles und jedes nach Bestrafung der Thais würde auch hier nichts ausrichten, denn es ist ihr Land und da leben sie so, wie es ihnen gefällt.
Wilfried Stevens 12/10/2018 20:19
Impfpflicht & Hundehalsband klappt schon nicht
Bei geschätzten 250.000 streuenden Hunden nur in der Region Bangkok, Tollwutgefahr, kranke Tiere in Klöstern etc. ist es dringend erforderlich, die Bevölkerung mehr zu sensibilisieren, besonders in den ländlichen Gebieten. Hundelage, Taubenplage...übertriebene Tierliebe ist hier fehl am Platz. Natürlich gehören Tierheime und Organisationen wie Street Dogs Thailand zu den mutmaßlichen Protestlern. Staatliche Eingriffe sind daher dringend erforderlich, die tatsächliche Umsetzbarkeit ein andere Sache...