Kaschmirkrise: Indische Regierung will Ausgangssperre aufheben

Foto: Twitter/@rajputeman
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SRINAGAR (dpa) - Die indische Regierung will eine im Konflikt um die Autonomie der indischen Region Kaschmir verhängte Ausgangssperre in den kommenden Tagen aufheben. Das sagte ein Staatsanwalt, der die Interessen der Regierung vertritt, dem Obersten Gericht des Landes, wie der Fernsehsender NDTV am Freitag berichtete. Zudem hatten die Behörden im Kaschmir-Tal am Freitag nach knapp zwei Wochen erstmals wieder geöffnet. In Schulen soll ab kommender Woche wieder Unterricht stattfinden.

Indiens Regierung hatte dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir Anfang voriger Woche den Teilautonomiestatus entzogen und damit die jüngste Eskalation in der Dauerfehde mit dem Erzfeind Pakistan ausgelöst. Die Bevölkerung wurde vorher nicht informiert. Zurzeit kontrollieren Zehntausende Soldaten das Himalaya-Gebiet, um Proteste gegen das Vorgehen der Regierung zu verhindern. Seit knapp zwei Wochen gilt eine Ausgangssperre, Internet und Telefone sind blockiert.

Premierminister Narendra Modi will mit der Aufhebung des Sonderstatus das Kaschmir-Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Bisher hatte die - hauptsächlich von Muslimen bewohnte - Region unter anderem eine eigene Verfassung und weitgehende politische Kompetenzen. Viele Kaschmirer sind gegen die Neuregelung.

Indien und Pakistan streiten seit mehr als 70 Jahren um die Region im Himalaya. Zwei Kriege wurden deswegen geführt. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China. Nach Angaben Pakistans wurden am Donnerstag an der Grenze mehrere Soldaten und Zivilisten durch Beschuss aus Indien getötet.

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