Verkaufsstopp für Klodeckel mit Tempelbild

Haben nix auf einem Klodeckel verloren: die Ruinen von Angkor Wat. Foto: epa/Mak Remissa
Haben nix auf einem Klodeckel verloren: die Ruinen von Angkor Wat. Foto: epa/Mak Remissa

PHNOM PENH (dpa) - Die weltberühmte kambodschanische Tempelanlage Angkor Wat auf einem Toilettendeckel, die Landesflagge auf Duschvorlegern - der Verkauf von Badezimmerausstattung mit derartigen Motiven über den Online-Giganten Amazon geht der Regierung in Phnom Penh zu weit. Kambodschas Botschafter in den USA, Chum Sounry, forderte Amazon-Chef Jeff Bezos jetzt auf, den Verkauf unverzüglich zu stoppen, wie Medien des asiatischen Landes am Freitag berichteten.

Die Artikel rührten ernsthaft an der nationalen Ehre und dem Prestige des Königreichs, schrieb Soundry in einem Brief an Bezos, den das Portal Fresh News veröffentlichte. Die kambodschanische Flagge als Design für Badematten zu nehmen, sei «empörend», heißt es in dem Brief weiter. Die Zeitung «The Khmer Times» berichtete, Kambodschaner hätten die Produkte in den sozialen Netzwerken kritisiert und der Regierung gemeldet.

Amazon verkauft für 20 bis 30 Dollar (etwa 18 bis 26 Euro) verschiedene Sets von Toilettendeckeln und -sitzen sowie Vorlegern mit dem Bild kambodschanischer Tempel, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Das Unternehmen gab zunächst keinen Kommentar ab. Ähnliche Sets mit Flaggen anderer Staaten wie Deutschland, USA und Kambodschas Nachbarn Vietnam hat Amazon auch im Angebot.

Das asiatische Land mit seinen 14 Millionen Einwohnern ist eine konstitutionelle Monarchie mit König Norodom Sihamoni an der Spitze. Dem König kommen nach der Verfassung aber keine Machtbefugnisse zu. Regierungschef Hun Sen regiert das südostasiatische Land bereits seit Mitte der 1980er Jahre mit zuletzt immer härterer Hand.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.