Käufer für WM-Rechte gesucht

Alles spricht für eine öffentlich-private Partnerschaft / Spiele im Free-TV

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Miroslav Klose hält den WM-Pokal bei der Gruppenauslosung in Moskau. Foto: epa
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Miroslav Klose hält den WM-Pokal bei der Gruppenauslosung in Moskau. Foto: epa

BANGKOK: Ein halbes Jahr vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 in Russland steht noch nicht fest, wer für Thailand die Übertragungsrechte erwirbt. Ein Privatsender, die Regierung mit Steuergeldern, eine öffentlich-private Partnerschaft?

Dass sich TV-Unternehmen merklich zurückhalten, liegt an der vor vier Jahren getroffenen Entscheidung der Nationalen Rundfunk- und Telekommunikationskommission (NBTC). Sie hatte damals verfügt, dass alle wichtigen Sportereignisse im Free-TV gezeigt werden müssen. Das gilt für Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.

Über Pay-TV mit starker Werbung

Vorausgegangen war ein Rechtsstreit zwischen dem Rechteinhaber, dem Entertainmentunternehmen RS, und der NBTC. RS hatte viel Geld für die Übertragungsrechte der WM in Brasilien ausgegeben und wollte seine Investitionen über Pay-TV mit starker Werbung wieder hereinholen. Das Unternehmen rechnete mit Einnahmen in Höhe von 650 Millionen Baht.

Letztlich sprach das Militär ein Machtwort und gab der NBTC mit auf den Weg, sich mit RS zu einigen. Der Kompromiss sah so aus, dass die Kommission aus dem Research and Development Fund for Broadcasting and Telecommunications Services 427 Millionen Baht an RS zahlte. Alle 64 WM-Matches wurden im Free-TV gezeigt.

Rechte kosten 1,1 Mrd. Baht

Nach dem Motto „ein gebranntes Kind scheut das Feuer“ hat sich bisher keine Fernsehanstalt bereit gefunden, die Übertragungsrechte für Russland zu kaufen. Denn das kostet. Exklusiver Rechteinhaber der WM 2018 und 2022 ist für die Länder in Südostasien Infront Sports & Media in Singapur. Laut der thailändischen Sportbehörde SAT müssen für die Live-Übertragung in Thailand 1,1 Milliarden Baht gezahlt werden.

Thailands neuer Tourismus- und Sportminister Weerasak Kowsurat hält sich bedeckt. Bei seinem Amtsantritt sagte er zu, das Thema mit anderen staatlichen Agenturen und privaten Unternehmen zu diskutieren. Bei der großen Fußball-Begeisterung im Land ist für den Minister klar, dass die WM-Spiele im Free-TV gesendet werden müssen. Er merkte jedoch an, längst nicht alle Thais würden es verstehen, wenn sich die Regierung mit Steuergeldern die Rechte sicherte. Auf Nachfrage sagte Weerasak: „Wir könnten sie mit privaten Unternehmen kaufen.“ Die Regierung werde das Pro und Contra bedenken.

Regierung soll 500 Mio. zusagen

Weil Gespräche mit privaten Unternehmen und digitalen Kanalbetreibern bisher keine Einigung über die Finanzierung gebracht haben, hatte die staatliche Sportbehörde vor Monaten von der Regierung eine Zusage über 500 Millionen Baht erbeten. Zahlen soll erneut die NBTC.

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