Gefängnis-Tourismus soll Resozialisierung fördern

Mit Kopfmütze auf dem Kopf beaufsichtigte Justizminister Somsak Thepsuthin (M.) im Gefängnis Huay Pong am Montag ein Kochduell zwischen zwei Gefangenenteams. Foto: National News Bureau Of Thailand
Mit Kopfmütze auf dem Kopf beaufsichtigte Justizminister Somsak Thepsuthin (M.) im Gefängnis Huay Pong am Montag ein Kochduell zwischen zwei Gefangenenteams. Foto: National News Bureau Of Thailand

RAYONG: Justizminister Somsak Thepsuthin hält an seinem Plan fest, thailändische Gefängnisse in Touristenattraktionen zu verwandeln.

Somsak besuchte am Montag in Rayong zwei Gefängnisse, die neben anderen Gefängnissen im Land von seinem Ministerium zur Teilnahme an dem Pilotprojekt mit dem Titel „Happy Tours – Opportunities for those who have erred to reenter society“ ausgewählt wurden.

Gegenüber der lokalen Presse erklärte der Minister, dass das Projekt in Zusammenarbeit mit der Strafvollzugsbehörde den Gefangenen die Chance bieten würde, neue Fähigkeiten zu erlernen, die sie Touristen zur Schau stellen können, bis sie entlassen und in die Gesellschaft eingegliedert werden.

Sein Besuch führte ihn zuerst ins Untersuchungsgefängnis Khai Mai Kaew, um sich vom Erfolg des Fremdsprachenunterrichts für Gefangene zu überzeugen. Anschließend inspizierte er das Gefängnis Huay Pong, wo er sich medienwirksam eine Kochmütze aufsetzte, um ein Kochduell zwischen zwei Gefangenenteams zu beaufsichtigen. Weitere Fortbildungsangebote für Häftlinge, an denen Justizminister teilnahm, waren Buchführung und Reiten.

Somsak betonte während seiner Gefängnistour, dass er vom Erfolg der Rehabilitation überzeugt sei, wenn man den Verurteilten das richtige Werkzeuge zur Hand reicht, damit sie nicht wieder straffällig werden. Sein Ziel sei daher, die öffentliche Wahrnehmung zu verändern – weg von Gefängnissen als einen Ort der Dunkelheit und hin zu Gefängnissen als einen Ort der Möglichkeiten, verdeutlichte der Justizminister.

Touristen sollen sich von seiner Vision in Pilotprojekten in Gefängnissen in Korat, Trat, Ratchaburi und Rayong persönlich überzeugen können. Geplant ist, so Somsak, dass das Projekt innerhalb von drei Jahren auf insgesamt 67 Gefängnisse im ganzen Land ausgeweitet wird. Er gestand jedoch ein, dass nicht alle der 143 Gefängnisse für die Teilnahme an dem Tourismusprojekt geeignet sind.

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Ingo Kerp 27.08.20 14:07
Nichts ist absonderlich genug in TH, um es nicht als neue Idee zu propagieren.
Phi Nott 27.08.20 12:22
Medienwirksam
ohne Mindestabstand und ohne Mundnasenschutz - das Foto spricht Bände. Aber der Grundsatz der Resozialisierung ist gut. Nur Touristen werden sicherlich nicht dorthin strömen.
Norbert Schettler 26.08.20 16:22
Man(n) muss nur Ideen haben
Ist ja nicht verkehrt, den harten Jungs das Kochen oder auch eine Fremdsprache beizubringen. Nur was soll daran eine Touristenattraktion sein?
Und gut die Hälfte der Vollzugsanstalten ist für das Projekt nicht geeignet. Warum? Grade dahin sollte man die Touristen führen, nicht als Attraktion sondern zur Abschreckung - Happy Hours Special sozusagen.