Johnson: Afghanistan-Einsatz war nicht vergeblich

Der britische Premierminister Boris Johnson verlässt die Downing Street 10 in London. Foto: epa/Andy Rain
Der britische Premierminister Boris Johnson verlässt die Downing Street 10 in London. Foto: epa/Andy Rain

LONDON: Nach dem Ende der britischen Rettungsmission in Afghanistan hat Premierminister Boris Johnson Bilanz des 20 Jahre währenden Militäreinsatzes in dem Land gezogen. «Ihr Leid und Ihre Entbehrungen waren nicht vergeblich», sagte der Regierungschef an die Hinterbliebenen getöteter Militärangehöriger gerichtet. Es sei kein Zufall, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten kein westliches Land zum Ziel von in Afghanistan geplanten Terrorangriffen geworden sei.

«Das haben wir der Tapferkeit unserer Streitkräfte zu verdanken, die gekämpft haben, um die Netzwerke (Osama) bin Ladens auszuschalten», so Johnson in einer Videobotschaft, die am Sonntag per Twitter veröffentlicht wurde.

Zudem seien 3,6 Millionen Mädchen in den Genuss von Bildung gekommen, fügte der konservative Politiker hinzu. «Was auch immer die Zukunft für Afghanistan bringen mag, werden sie dieses Geschenk für den Rest ihres Lebens haben», so Johnson.

Am Samstagabend war das letzte Flugzeug mit britischen Soldaten in Kabul gestartet. Die britischen Streitkräfte hatten in den vergangenen zwei Wochen nach Angaben Johnsons mehr als 15.000 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Mehr als 1000 afghanische Ortskräfte blieben laut Schätzungen der Regierung jedoch zurück. Abgeordnete im Unterhaus vermuten jedoch, dass die wahre Zahl weit höher liegen könnte.

Für Kontroversen sorgte, dass trotz der knappen Zeit mithilfe des britischen Militärs auch Haustiere ausgeflogen wurden. Der ehemalige britische Soldat Paul (Pen) Farthing, der sich für die Evakuierung eines von ihm aufgebauten Tierheims in der afghanischen Hauptstadt eingesetzt hatte, konnte am Samstag Medienberichten zufolge mit einem Charterflug das Land verlassen. An Bord waren demnach etwa 150 Katzen und Hunde. Die Mitarbeiter des Tierheims und ihre Angehörigen mussten demnach aber zurückbleiben, obwohl sie von der britischen Regierung mit Visa ausgestattet worden waren.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.