Joe Bonamassas «Royal Tea»: Sehr britisch und sehr bluesig

Der US-amerikanische Gitarrist Joe Bonamassa tritt auf der Bühne der Miles Davis Hall auf. Foto: epa/Jean-christophe Bott
Der US-amerikanische Gitarrist Joe Bonamassa tritt auf der Bühne der Miles Davis Hall auf. Foto: epa/Jean-christophe Bott

NASHVILLE/BERLIN: Immer wenn Joe Bonamassas Fans meinen, er könne nicht besser werden, überrascht der Blues-Weltstar aufs Neue. Jetzt hat es der Amerikaner geschafft, viel Britisches in sein neuestes Studioalbum zu gießen.

Joe Bonamassas «Royal Tea» ist «very British». Das geht schon beim Titel des neuen Albums los - dazu die Aufnahmen und monatelangen Proben in den Abbey Road Studios in London. Dass die Musik dann auch noch «very British» klingt, in einzelnen Passagen gar an das Album «Abbey Road» der Beatles oder frühe Werke von Jethro Tull erinnert - alles Absicht. «Man kann London definitiv heraushören», sagt der Blues-Meister im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Das Leben und die Arbeit in London waren der Schlüssel zu dem Werk, anders hätte es nicht funktioniert.»

Die Produktion hatte schon im Sommer des Vorjahres begonnen, ehe dann ein «kleines Missgeschick» die Restarbeiten deutlich verzögerte. «Wir hatten schon 90 Prozent des Albums geschrieben, als sich unser Drummer (Anton Fig) den Knöchel brach», erzählt Bonamassa. Damit sei das Projekt bis Januar verzögert worden, den Rest habe schließlich die Corona-Pandemie beigetragen.

Früher hatte sich der Blues-Star mit diversen Musikergrößen zusammengetan, etwa Eric Clapton, Glenn Hughes oder Beth Hart. Für «Royal Tea» gewann er die Unterstützung des Whitesnake-Gitarristen Bernie Marsden und vom früheren Cream-Texter Pete Browen. «Mal sehen, wer passt», sagt er zu künftigen Partnerschaften. Gegenwärtig sei fast jede Variante möglich, da die meisten Musiker frei seien. «Jedem ist langweilig, also ist alles möglich.»

Mit dabei sein werden auf jeden Fall seine geliebten Gitarren, von denen er inzwischen rund 450 Stück besitzt. Da jede einen anderen Klang habe, nehme er für seine Tourneen meist 15 mit auf die Reise. Für das neue Album habe er auch zehn bis 15 Gitarren aus seiner Kollektion benötigt.

So schafft Bonamassa Blues in verschiedensten Variationen - ob mit Anteilen von Country, Rockabilly oder Hardrock. Wie passt dieses Spektrum zu seinen hohen Ansprüchen als Blues-Musiker? «Eigentlich gar nicht», gesteht er. «Aber ich liebe es, musikalisch Abenteuer einzugehen.» Und als Musiker habe man stilistisch «stets die Option und den Luxus», neue Wege zu gehen - «solange auch das Publikum mitgeht».

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.