Wandernder Monarchfalter vom Aussterben bedroht

Ein Monarchfalter sitzt auf einem blühenden Strauch auf dem Land in der Nähe von Commerce. Foto: epa/Larry W. Smith
Ein Monarchfalter sitzt auf einem blühenden Strauch auf dem Land in der Nähe von Commerce. Foto: epa/Larry W. Smith

GLAND: Seine extremen Reisen haben den Monarchfalter berühmt gemacht. Doch der Schmetterling ist bedroht. Die Weltnaturschutzunion schlägt Alarm.

Der leuchtend orangene Monarchfalter ist für seine spektakulären, bis zu 4000 Kilometer langen Wanderzüge in Amerika bekannt - nun steht der Schmetterling als stark gefährdet und damit vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Das teilte die Weltnaturschutzunion IUCN am Donnerstag mit. Ursachen seien die Zerstörung seines Lebensraums und der Klimawandel.

Unter anderem verleiteten extreme Temperaturen die Falter zum frühen Flug in ihre Sommergefilde, wenn dort die Seidenpflanzen, von denen sie sich ernähren, noch nicht aufgegangen sind, schreibt die IUCN. Dürre dezimiere zudem die Bestände der Seidenpflanzen. Auch seien die Winterlebensräume der Schmetterlinge in Mexiko und Kalifornien durch Abholzung stark geschrumpft. In den Sommergefilden in Kanada und anderen US-Bundesstaaten setzten ihnen Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel zu.

Die Zahl der wandernden Monarchfalter sei innerhalb von zehn Jahren um bis zu 72 Prozent gefallen, berichtet die IUCN. Die kleinere westliche Population habe in den 80er Jahren noch aus schätzungsweise zehn Millionen Faltern bestanden, 2021 seien es noch knapp 2000 Schmetterlinge gewesen. Die größere östliche Population sei allein zwischen 1996 und 2004 um 84 Prozent geschrumpft. Noch sei es nicht zu spät, die Falter vor dem Aussterben zu retten. Weniger Pestizide und mehr Seidenpflanzen könnten zum Überleben beitragen.

Auf der Roten Liste steht nur die wandernde Unterart Danaus plexippus plexippus, die von Mexiko und Kalifornien nach Norden bis nach Kanada fliegt. Daneben gibt es noch weniger bekannte Unterarten, die keine Wanderzüge unternehmen und zum Teil auch in anderen Gebieten leben.

Die Umweltstiftung WWF verweist darauf, dass die Menschen nur mit intakter Natur überleben können. «Man muss sich dieses System wie ein Turm aus Bauklötzen vorstellen - jeder Stein ist eine Tier- oder Pflanzenart», sagte die WWF-Artenschutz-Expertin Anne Hanschke. «Nur, wenn dieser Turm des Lebens stehen bleibt, können wir Menschen gesund und sicher leben. Aber je mehr Steine aus dem Turm herausgeschlagen werden, sprich je mehr Arten aussterben, umso instabiler wird er.» Die Rote Liste zeige, wie sehr dieser Turm schon wackele.

Auf der seit 1964 geführten Roten Liste der bedrohten Arten stehen inzwischen mehr als 147.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen mehr als 41.000 vom Aussterben bedroht sind. Die IUCN ordnet untersuchte Arten in acht Kategorien ein, von «ungenügender Datengrundlage» bis «ausgestorben». «Stark gefährdet» ist Stufe 5.

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