Italien will wieder Teil von Alitalia übernehmen

Foto: epa/Alaa Badarneh
Foto: epa/Alaa Badarneh

ROM (dpa) - Die italienische Regierung will zusammen mit der Staatsbahn des Landes und einem internationalen Partner die marode Fluggesellschaft und einstige Staatslinie Alitalia wieder flott machen. Der Staat werde etwa 15 Prozent des Kapitals übernehmen, sagte Vize-Regierungschef und Industrieminister Luigi Di Maio am Freitag. Offen blieb zunächst, welchen Anteil Italiens staatlich kontrollierte Eisenbahn Ferrovie dello Stato künftig halten soll.

Auch über den potenziellen ausländischen Investor schwieg sich Di Maio aus. Es werde aber ein «wichtiger, internationaler Technikpartner» sein, sagte er der Finanzzeitung «Il Sole 24 Ore».

Alitalia hatte im Mai 2017 Insolvenz angemeldet und fliegt seither dank eines 900-Millionen-Euro-Brückenkredits der Regierung weiter. Die Insolvenzverwalter sollen bis zum 31. Oktober neue Eigentümer finden. Di Maio sagte, eine Staatsbeteiligung von etwa 15 Prozent lehne sich an die 14,3 Prozent an, die der französische Staat an Air France-KLM halte.

Die EU-Kommission müsste das Rettungskonzept für Alitalia absegnen. Die Airline hat seit 2002 keinen Gewinn mehr eingeflogen. Im Jahr 2008 war die einstige Staatsfluglinie schon einmal in die Insolvenz gegangen und dann privatisiert worden.

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Leserkommentare

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Norbert Kurt Leupi 14.10.18 17:21
Swiss / Herr TheO Swisshai
Ja , zur Vorgeschichte und zum Untergang der Swissair gäbe es ... ! Das " Schlimme " daran ist , dass ich jedesmal daran erinnert werde , wenn ich in Basel zum Flughafen fahre und den Hauptsitz der Swiss sehe , denn der ist in Basel , Zürich ist " nur " der Heimatflughafen der deutschen Swiss ! " Wenn es weh tut , bedeutet das was " ! (oder öpä nöd ?)
TheO Swisshai 14.10.18 16:00
@Norbert Kurt Leupi @ Beat Sigrist / Zur spät !
Zu der Vorgeschichte des Untergangs der Swissair gäbe es noch einiges sagen, doch eigentlich ging es am Schluss darum, weshalb die SWISS nun Deutsch ist und die Schweizer nun keine "eigene" schweizerische Airline mehr haben auf die wir alle so stolz waren und gerne wieder wären. Als sich diese Frage überhaupt stellte, war natürlich schon sehr viel Mist gekarrt worden, Doch wie Hr. Dong gefragt hat, wieso konnte die Lufthanse die Swiss überhaupt kaufen wenn wir Schweizer doch alle unsere eigene SWISS AIR wollen, Das hat sehr wohl mit unserem Regierungssystem zu tun. Das Volk konnte ja nicht mitbestimmen über den Verkauf, das wäre viel zu lange gegangen. Diesen Punkt habe ich als Nachteil in unserem Regierungssystem bezeichnet. Manchmal braucht es aus Zeitgründen, schnelle und mutige politische Entscheide, die dem Volkswillen entsprechen, ohne dass das Volk darüber abgestimmt hat. Das ist zwar in der Schweiz theoretisch auch möglich, aber dazu bräuchte es von 7, mindestens 1 Bundesrat mit einer starken Persönlichkeit und Courage, der keine Angst hat Verantwortung zu übernehmen und schwierige Entscheide zu treffen. Das war hier leider nicht der Fall und deshalb, werden wir nie mehr das gleiche Gefühl empfinden wie früher, wenn wir heute und in Zukunft im Ausland am Flughafen den Flieger mit dem weissen Kreuz sehen. Das tragische und zusätzlich schmerzhafte an der ganzen Geschichte ist doch, dass die SWISS seither rentabel ist. Hätten wir doch ............jetzt ist zu spät !
Norbert Kurt Leupi 14.10.18 13:43
Es war nichts Neues .../Herr Jürgen Franke
und hatte auch nichts mit dem schweizerischen Regierungssystem zu tun ! Der " Luftkrieg " bei der Swissair tobte intern schon längere Zeit und das lag am Missmanagement , den " zuviele Köche , die da mitmischten , verdarben den Brei und versalzten die Suppe , weil keiner hatte eine Ahnung " vom Tuten und Blasen " ! Also ein Totalversagen der Politik, der Banker und der Manager ! Und die Suppe auslöffeln durfte wie immer der Steuerzahler , denn die Schuldigen " tauchten unter und der " Vorzeigemanager Cortesi verzog sich in Windeseile" in die Verunreinigten Staaten! " Nichts Neues : das altbekannte Problem , die Obrigkeit waltet und schaltet gegen Treu, Glauben und Diensteid " ! Aber es gab einen Gewinner : die Lufthansa , die den Rahm von der Milch absahnte !
Jürgen Franke 14.10.18 10:46
Das ist mir ja nun ganz neu,
dass das Schweizer Regierungssystem Nachteile haben soll, wo insbesondere immer wieder, die sogenannte direkte Demokratie in den höchsten Tönen gelobt wird. Abgesehen davon, bin ich mir nicht so sicher, ob das seinerzeit wirklich ein so grober Fehler der Regierung war, da der "Luftkrieg" um die Passagiere ziemlich massiv ist.
Mike Dong 13.10.18 22:25
@Hr.SwissHai
Als ich noch das Vergnügen hatte mehrmals pro Woche von Frankfurt nach Zurich zu fliegen, bin ich nahezu immer mit der SwissAir geflogen, und habe gerne auf Miles&More verzichtet. Nicht nur der Wein war hier viel besser als bei LH.