Gefahr von Angriffen auf Energienetze wächst

Ein Informatiker sitzt im «Security Operations Center» der Unternehmenszentrale und kümmert sich um die Cyber-Sicherheit des TÜV-Rheinland und seiner Kunden. Foto: Oliver Berg/Dpa
Ein Informatiker sitzt im «Security Operations Center» der Unternehmenszentrale und kümmert sich um die Cyber-Sicherheit des TÜV-Rheinland und seiner Kunden. Foto: Oliver Berg/Dpa

BERLIN (dpa) - Die IT-Sicherheitsfirma F-Secure sieht eine wachsende Gefahr von Angriffen auf kritische Infrastruktur wie Energienetze und Kraftwerke.

Die IT-Sicherheitsfirma F-Secure sieht eine wachsende Gefahr von Angriffen auf kritische Infrastruktur wie Energienetze und Kraftwerke. Während man bisher vor allem auf Attacken von Staaten betriebener Hacker-Gruppen eingestellt sei, habe sich die Bedrohungslage weiterentwickelt. Die Fähigkeiten, die früher nur Länder hatten, seien verstärkt auch anderen Hacker-Gruppen zugänglich.

Der bekannteste Fall eines Cyberangriffs auf Industrie-Infrastruktur ist der im Jahr 2010 entdeckte Stuxnet-Virus, der Anlagen zur Uran-Anreicherung im Iran sabotierte. Dabei wurde speziell Software für Industrieanlagen von Siemens ins Visier genommen. Als Urheber gelten westliche Geheimdienste. Außerdem wird vermutet, dass eine Cyberattacke aus Russland der Auslöser für einen großflächigen Stromausfall in der Ukraine im Dezember 2015 war.

Die Energiebranche sei nicht ausreichend auf die Gefahren vorbereitet, warnt F-Secure. «Viele Systeme wurden vor Jahrzehnten eingerichtet, vor Stuxnet und bevor eine Internet-Verbindung rund um die Uhr üblich war.» Die Analyse der Angriffsversuche zeige auch, dass Hacker, die im Auftrag von Regierungen aktiv sind, sich zum Teil Jahre Zeit ließen, um in Systeme eines Unternehmens einzudringen. Die beliebteste Methode dabei seien, auf einzelne Empfänger zugeschnittene E-Mails, die präparierte Inhalte oder Links enthielten. F-Secure zählte neun Hacker-Gruppen unter anderem aus Russland und dem Iran auf, die die Energiebranche im Visier hätten.

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