Israels Inlandsgeheimdienst: Anschlag von Arbeiter aus Gaza vereitelt

Explosionen an zwei Bushaltestellen nahe der Einfahrt nach Jerusalem. Foto: epa/Atef Safadi
Explosionen an zwei Bushaltestellen nahe der Einfahrt nach Jerusalem. Foto: epa/Atef Safadi

TEL AVIV: Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat nach eigenen Angaben einen Bombenanschlag in Israel vereitelt. Ein Bewohner des Gazastreifens habe einen Sprengsatz in einem Bus im Süden des Landes einsetzen wollen, teilte der Geheimdienst am Donnerstag mit, nachdem Anklage gegen den Mann erhoben wurde. Die Bombe sei sichergestellt und der Verdächtige bereits vor rund vier Wochen festgenommen worden. Er hatte demnach eine Arbeitserlaubnis zur Einreise nach Israel.

Nach Angaben des Geheimdienstes hatte die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad den 31-Jährigen im Gazastreifen rekrutiert und ausgebildet. Die Einzelteile zum Bombenbau habe der Verdächtige jedoch in Israel besorgt.

Am Dienstag waren bei zwei Bombenanschlägen im Großraum Jerusalem ein 16-Jähriger getötet und mindestens 18 weitere Menschen verletzt worden. Die Sprengsätze waren an zwei Bushaltestellen explodiert. Zu den Anschlägen hat sich bislang keine Gruppe bekannt. Die im Gazastreifen herrschende Hamas lobte sie jedoch in einer Mitteilung als «heldenhafte Operation». Sie seien «das Ergebnis der anhaltenden Verbrechen der Besatzung und der Siedler gegen Palästinenser».

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz teilte mit, der Versuch der Terrorgruppen im Gazastreifen, die Arbeitserlaubnis auszunutzen, gefährde den Lebensunterhalt von Hunderttausenden von Bewohnern des Gazastreifens. Wenn sich herausstelle, dass es einen Trend gebe, Arbeiter zu rekrutieren, werde Israel seine Schritte in dem Zusammenhang sowie andere zivile Maßnahmen überprüfen.

Rund 17.000 Arbeiter aus dem Gazastreifen sind derzeit berechtigt, nach Israel einzureisen. Die Zahl der Arbeitsgenehmigungen wurde im vergangenen Jahr deutlich angehoben. Israel will mit wirtschaftlichen Anreizen mehr Sicherheit in der Region schaffen. Rund die Hälfte der 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen ist arbeitslos.

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