Israel will Grünen Pass wegen Corona

Neuanstiegs wieder einführen

Der israelische Premierminister Naftali Bennett bei einer Pressekonferenz auf covid19. Foto: epa/Abir Sultan
Der israelische Premierminister Naftali Bennett bei einer Pressekonferenz auf covid19. Foto: epa/Abir Sultan

TEL AVIV: Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden. Das Corona-Kabinett beschloss am Donnerstag, für Versammlungen von mehr als 100 Menschen erneut Beschränkungen zu verhängen. Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, müssen demnach am Eingang eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies soll unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser gelten.

Außerdem beschloss das Corona-Kabinett neue Beschränkungen für Flugreisende. Die Liste «roter» Länder, die nur mit Sondergenehmigung besucht werden dürfen, wurde um Großbritannien, Georgien, Zypern und die Türkei erweitert. Auch geimpfte Reisende müssen bei der Einreise nach Israel in Quarantäne, bis sie ein negatives Testergebnis haben. Nicht geimpfte Reisende müssen für eine Woche in Quarantäne.

Die neuen Vorschriften, die auch noch von der ganzen Regierung gebilligt werden müssen, sollen in einer Woche in Kraft treten. Am Mittwoch waren bereits Beschränkungen für Festhallen verhängt worden. Die im Juni aufgehobene Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gilt inzwischen wieder. Laut der Entscheidung des Corona-Kabinetts müssen Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen, vom 8. August an die Kosten für Tests selbst tragen.

Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel hatte aber zuletzt wieder die 1000er-Marke überschritten. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 1336 neue Fälle gemeldet worden. Für den Neuanstieg wird vor allem die Delta-Variante verantwortlich gemacht, die als besonders ansteckend gilt. Mehr als 56 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

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