Israel beschließt Reihe von Erleichterungen für Gazastreifen

Palästinensischer Nachtprotest an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel. Foto: epa/Mohammed Saber
Palästinensischer Nachtprotest an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel. Foto: epa/Mohammed Saber

GAZA/TEL AVIV: Israel hat die Fischereizone vor dem palästinensischen Gazastreifen auf 15 Seemeilen (knapp 28 Kilometer) ausgeweitet. Außerdem sei der Warenübergang Kerem Schalom in das blockierte Gebiet vollständig geöffnet worden, teilte die zuständige Cogat-Behörde am Mittwoch mit. Die Wasserversorgung des Gazastreifens solle zudem um fünf Millionen Kubikmeter vergrößert werden. Ein Kubikmeter entspricht 1000 Liter.

Israel will laut der Mitteilung außerdem die Zahl der Einreisegenehmigungen für Geschäftsleute aus dem Gazastreifen um 5000 auf 7000 erhöhen. Dies gelte allerdings nur für gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Personen.

Ziel der Erleichterungen ist offenbar eine Beruhigung der Lage in dem Küstenstreifen. Zuletzt war es am Grenzzaun immer wieder zu gewaltsamen Protesten mit Toten und Verletzten gekommen. Israels Armee hatte daraufhin Ziele im Gazastreifen beschossen. Bedingung für die Lockerungen und mögliche weitere Schritte sei es, dass in der Region längerfristig die Ruhe eingehalten werde, hieß es in der Cogat-Mitteilung.

Israels Streitkräfte hatten sich im Mai einen elftägigen militärischen Schlagabtausch mit militanten Palästinensern im Gazastreifen geliefert. Dabei wurden in Israel nach offiziellen Angaben 13 Menschen getötet, in Gaza starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 255 Menschen. Ägypten vermittelte schließlich eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas, die am 21. Mai in Kraft trat. Die Fischerei gilt als wichtige Nahrungsquelle und wirtschaftlicher Wachstumsmotor für die Bevölkerung im Gazastreifen. In dem Küstengebiet leben etwa zwei Millionen Menschen unter sehr schlechten Bedingungen.

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.