IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag im Kongo für sich

Archivfoto: epa/Carlos Lopez
Archivfoto: epa/Carlos Lopez

BENI (dpa) - Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat erstmals einen Anschlag im Kongo für sich reklamiert. Zugleich sprachen die sunnitischen Fundamentalisten von einer neuen «Provinz Zentralafrika» ihrer Organisation.

Bei einem Angriff nahe der östlichen Stadt Beni in der Provinz Nord-Kivu seien mindestens drei Soldaten getötet worden, hieß es in einer Mitteilung des IS, die über die üblichen Kanäle der Extremisten in den sozialen Medien verbreitet wurde. Kongolesische Behördenvertreter hatten nach dem Angriff vom Dienstag von zwei getöteten Soldaten gesprochen.

Im instabilen Ost-Kongo sind bereits zahlreiche Milizen und Rebellengruppen aktiv. Diesen geht es vor allem die Kontrolle von Gebieten und deren Bodenschätzen. Rund um Beni ist auch die ursprünglich aus dem nahen Uganda stammende Islamistenmiliz ADF aktiv. Viele Experten hatten jedoch bislang angenommen, dass es sich bei der Gruppe eher um eine weitere Miliz handele und nicht um eine islamistische Terrororganisation.

Die Terrormiliz Islamischer Staat spielte im Ost-Kongo bislang keinerlei Rolle. Gruppen, die der Terrororganisation die Treue geschworen haben, sind bislang vor allem in Westafrika aktiv, etwa in Mali, Burkina Faso, dem Niger und in Nigeria.

In der Provinz Nord-Kivu und im angrenzen Ituri gibt es derzeit die bislang zweitschwerste bekannte Ebola-Epidemie der Geschichte. Dort sind bereits rund 1300 Menschen erkrankt, mehr als 840 starben infolge des hämorrhagischen Fiebers. Wegen anhaltender Kämpfe in der Region fällt es Helfern schwer, die Epidemie einzudämmen.

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