Rache nach Attentat auf Revolutionsgarden

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi spricht während einer Zeremonie zum zweiten Todestag des Generalleutnants des Korps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC). Foto: epa/Abedin Taherkenareh
Der iranische Präsident Ebrahim Raisi spricht während einer Zeremonie zum zweiten Todestag des Generalleutnants des Korps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC). Foto: epa/Abedin Taherkenareh

TEHERAN: Nach der Tötung eines Mitglieds der Revolutionsgarden in Teheran (IRGC) hat Irans Präsident Ebrahim Raisi Vergeltung angekündigt. «Wir werden definitiv das Blut dieses Märtyrers rächen», sagte Raisi nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna am Montag vor einer Reise in den Oman. Raisi vermutet hinter dem Attentat «imperialistische Mächte», namentlich Israel und die USA.

Der Oberst Hassan Sajad Chodai war am Sonntag in einem Viertel im Südosten der Hauptstadt Teheran auf der Straße von Unbekannten erschossen worden. Die Attentäter sollen fünf Schüsse abgegeben haben und auf einem Motorrad geflohen sein, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Die mutmaßlichen Täter wurden noch nicht gefasst. Nähere Hintergründe zur Tat sind unklar.

Chodai war Berichten zufolge Mitglied der Kuds-Brigaden, die unter anderem auch in Syrien aktiv sind. Welche Rolle er in den Revolutionsgarden ausübte, war zunächst unklar. Er soll «Verteidiger des Heiligtums» gewesen sein - eine Bezeichnung die unter anderem für Angehörige der Streitkräfte und Eliteeinheiten genutzt wird, die im Ausland schiitische Heiligtümer vor Angriffen schützen.

Der Oberst wurde in seinem Kleinwagen erschossen und hatte Berichten zufolge keine Leibwächter - hochrangige Angehörige der Revolutionsgarden werden in der Regel besser geschützt und bewegen sich auch in gepanzerten Fahrzeugen. Die Kuds-Brigaden agieren laut Teheran im Ausland auf Wunsch der jeweiligen Regierungen als «Militärberater». Daher weist die iranische Regierung stets jegliche Einmischung in Nachbarländern zurück.

Israel gilt seit der islamischen Revolution 1979 als Irans Erzfeind. Immer wieder gibt es Berichte über Festnahmen, Verhaftungen und auch Hinrichtungen mutmaßlicher Agenten, denen Kooperation mit dem Mossad oder dem US-Auslandsgeheimdienst CIA vorgeworfen wird. Die iranischen Angaben lassen sich in der Regel nicht unabhängig überprüfen.

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