Iran geht auf Russland zu

Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und der iranische Präsident Hassan Rouhani (l.). Foto: epa/Sergei Chirikov
Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und der iranische Präsident Hassan Rouhani (l.). Foto: epa/Sergei Chirikov

QINGDAO (dpa) - Irans Präsident Hassan Ruhani wünscht sich nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen einen stärkeren Austausch mit Russland.

Ein ernsthafter und wichtiger Dialog sei erforderlich, sagte Ruhani laut der russischen Nachrichtenagentur Tass am Samstag bei einem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in China. Der iranische Präsident fügte hinzu, dass die Beziehungen zu Russland sich zunehmend positiv entwickelten. Den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen nannte er illegal.

Ruhani und Putin sprachen am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in der ostchinesischen Stadt Qingdao. Während des asiatischen Regionalgipfels am Samstag und Sonntag soll Ruhani auch mit Chinas Präsidenten Xi Jinping zusammenkommen.

An dem Gipfeltreffen nehmen unter anderem auch der indische Ministerpräsident Narendra Modi sowie Pakistans Präsident Mamnoon Hussain teil. Genau wie Deutschland, Frankreich und andere EU-Staaten hatten Russland und China den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran scharf kritisiert.

Vor seiner Abreise nach China hatte Ruhani die Alleingänge von Trump als ein gefährliches Spiel bezeichnet, das nicht ignoriert werden sollte. Die unilaterale Politik der USA schwäche das Vertrauen in die international anerkannten Abkommen und in Diplomatie allgemein. Die Weltgemeinschaft sollte daher etwas unternehmen, forderte der iranische Präsident.

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Leserkommentare

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Ingo Kerp 10.06.18 14:01
Schon erstaunlich, wieviel neue Gesprächsrunden sich ergeben "dank" der isolationistischen Politik von Trump, der ohne Rücksicht auf Freund und Feind durch die Welt stapft.