Internationale Empörung über Massenhinrichtungen in Saudi-Arabien

Foto: epa/Sashenka Gutierrez
Foto: epa/Sashenka Gutierrez

RIAD (dpa) - Die Hinrichtung von 37 Menschen an einem Tag in Saudi-Arabien hat internationale Empörung hervorgerufen. Die Männer hätten keine fairen Prozesse bekommen, Geständnisse seien mutmaßlich durch Folter erzwungen, sagte die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet am Mittwoch. «Ich verurteile diese schockierenden Massenhinrichtungen in sechs Städten.» Es sei besonders abscheulich, weil mindestens drei der Hingerichteten zum Zeitpunkt der Verurteilung noch minderjährig gewesen seien.

Ein EU-Sprecher für Außenpolitik betonte in Brüssel, die Hinrichtungen ließen Zweifel am Respekt fairer Verhandlungen aufkommen. Zudem könnten die Urteile Spannungen in der Gesellschaft verschärfen. Der Großteil der Hingerichteten gehörte nach Angaben von Amnesty International der schiitischen Minderheit in Saudi-Arabien an. Nach Angaben des EU-Sprechers ist es die höchste Zahl von Hinrichtungen an einem einzigen Tag in Saudi-Arabien seit 2016.

Saudi-Arabien hatte am Dienstag bekanntgegeben, gegen 37 Menschen saudischer Herkunft die Todesstrafe vollstreckt zu haben. Die Männer waren demnach unter anderem wegen Terrorismus verurteilt worden. Amnesty International kritisierte, dass viele der Männer wegen Straftaten in Zusammenhang mit Anti-Regierungs-Protesten oder wegen Spionage für den Iran verurteilt worden waren.

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Jürgen Franke 26.04.19 14:59
Die internationale Empörung wurde auch
bei den Kriegen, die die beiden amerikanischen Präsidenten ohne UN Mandat geführt haben, vermißt. Diese zur Schau gestellte Scheinheiligkeit über diese Massenhinrichtung in Saudi Arabien, spottet jeder Beschreibung.
Ingo Kerp 26.04.19 13:22
Saudi-Arabien ist weiterhin der Staat, der von Trump vorbehaltlos unterstützt wird. Irgendwann müssen allerdings bei bestimmten Vorkommnissen, die Moral, Ethik und der Charakter die Oberhand gewinnen, auch wenn die Geschäfte finanziell darunter leiden.