Infrastrukturprojekte: Steuer auf Mehrwert von Immobilien

Foto: epa/Barbara Walton
Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Das Kabinett stimmte am Dienstag einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums zu, von Immobilienbesitzern eine Steuer zu erheben, die von Schnellstraßen, Nahverkehrsbahnen, Hochgeschwindigkeitsbahnen, Flughäfen und anderen staatlichen Infrastrukturprojekten profitieren.

Der Gesetzesentwurf wird demnächst dem Staatsrat – dem Rechtsberatungsgremium der Regierung – zugeleitet und anschließend dem Übergangsparlament vorgelegt. Die Steuer soll sich auf den Mehrwert einer Immobilie beziehen, der sich aus der Nähe eines Infrastrukturprojekts in einem Umkreis von 5 Kilometern ergibt. Diejenigen, die Grundstücke, Eigentumswohnungen oder Bürogebäude besitzen, würden einem Transaktionssteuersatz mit einer Obergrenze von 5 Prozent des Mehrwertpreises unterworfen. Der angewandte Satz soll später festgelegt werden, sagte Pornchai Theeravej, Finanz- und Wirtschaftsberater im Ministerium.

Nach dem Gesetzentwurf gibt es zwei Fälle für die Steuererhebung: vor und nach dem vollständigen Bau eines Infrastrukturprojekts. Im ersten Fall würden während des laufenden Baus Transaktionen von Eigentumswohnungen oder Grundstücken steuerfrei sein. Nach Abschluss eines Infrastrukturprojekts würde die Transaktion von Immobilien für gewerbliche Nutzung im Wert von mehr als 50 Millionen Baht steuerpflichtig sein, aber die Nutzung in Wohngebieten und in der Landwirtschaft wäre davon ausgenommen. Die steuerliche Bemessungsgrundlage eines Immobilienpreises würde vom Finanzministerium bewertet und nicht dem Marktpreis unterworfen.

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 12.07.18 14:56
"Schauderbar", was die alles versuchen
Soeben habe ich einen angeheuerten "Steuer-Erforschungs-Erheber" zum Teufel bezwungener weise zum Dorf-Chef gejagt. Die kommen doch tatsächlich mit dem Trick, wegen Erhebung von GPS-Daten müssten sie die Umgebung des Hauses fotografieren. Das amtliche Formular war von der Bau-/Finanzbehörde gezeichnet. Der Dorf-Chef wusste von nichts und hat deshalb nachgefragt ob sein Mubaan steuerpflichtig sei. Nein hat es geheißen, da keine Objekte Gegenwerte von 50 Millionen Baht vorhanden seien. Aber probieren kann man es ja mal. Lustig dabei ist, dass ich als einziger Farang an der Strasse angegangen wurde!!! Wohl eine Chance an Geld zu kommen.
Hansruedi Bütler 12.07.18 14:51
Und wieder sieht Khon Farang den wahren
Hintergrund nicht!? Die Steuer auf Immobilien geistert ja schon lange durch Thailands Gesetzgebung. Sie sollte ursprünglich auf dem Gegenwert oder Erbauungswert einer Immobilie erhoben werden. Das hat unter den politischen Parlamentariern einen Entrüstungs-Sturm ausgelöst. Denn genau sie hätten tief in ihre Taschen greifen müssen um dem Staat die Moneten abzudrücken. Alles was Rang und Namen hat, stellt nicht an Autobahnen, verkehrsreichen Strassen ihre Prunk-Bauten hin. Wie einfach ist es nun mit einem Gesetzestrick die armen, Reichen zu entlasten? Funktioniert doch wunderbar. Warum sollten sich hiesige Politiker weltfremd verhalten, wenn es um ihr teilweise "erschwindeltes" Vermögen geht? Sie kleben doch wie alle an den Moneten.
René Schnüriger 12.07.18 04:23
Und wie wäre es mit einer Entschädigung für alle, deren Lebensgrundlage mit dem Abschneiden vom Verkehr zerstört wurde!? Unglaublich, mit welcher Hingabe doch die Politiker dieser Welt immer wieder danach trachten, die (eigene) Staatsmacht auszuweiten.