Vulkan Anak Krakatau beruhigt sich etwas

Foto: epa/Esa/NASA
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JAKARTA (dpa) - Beim Vulkan Anak Krakatau, dessen Ausbruch einen Tsunami in der indonesischen Sundastraße ausgelöst hatte, kehrt etwas Ruhe ein. Seismographische Daten zeigten, dass die Aktivität seit Freitag abnehme, es gebe weniger intensive Eruptionen. Das sagte der Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho, am Montag.

«Aber das hier ist die Natur - wir wissen nie, ob die verringerte Aktivität dauerhaft ist oder nur eine Abkühlungsphase, um mehr Energie zu sammeln», hieß es. Die Behörde hielt die zweithöchste Warnstufe und auch die Verbotszone im Fünf-Kilometer-Radius um die Kraterinsel aufrecht.

Am Abend des 22. Dezember war bei dem Vulkanausbruch ein Teil der Kraterwand abgebrochen. Die Erdmassen rutschten ins Meer und lösten einen Tsunami aus, der an die Küsten der Inseln Sumatra und Java schwappte. Jüngsten Zählungen zufolge starben dabei 437 Menschen, mehr als 14 000 wurden verletzt. Die Behörden sprachen von knapp 34 000 Menschen, die vorübergehend kein Zuhause haben.

Dabei handelt es sich laut Nugroho vor allem um Einwohner des Distrikts Pandeglang in der Java-Provinz Banten. Meist habe der Tsunami deren Häuser zwar nicht zerstört, wegen der Gefahr weiterer Flutwellen könnten die Menschen aber derzeit nicht sicher dort leben. Viele übernachteten in Notunterkünften wie Schulen, die in den Jahresendferien leer stünden. Am 7. Januar geht die Schule in Indonesien aber weiter, dann müssten die Gebäude den Schülern wieder zur Verfügung stehen.

Für den Vulkan selbst hatte die jüngste Aktivität ebenfalls enorme Folgen: Der Anak Krakatau hat nach Angaben von Vulkanologen zwei Drittel seiner sichtbaren Höhe und bis zu drei Viertel seines Volumens verloren. Der Vulkan erhebe sich nur noch 110 Meter über den Meeresspiegel, etwa 228 Meter weniger als zuvor.

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