Indonesien schickt weitere Soldaten in Unruhe-Provinz Papua

Papua Studenten protestieren gegen Menschenrechtsverletzungen vor der US-Botschaft in Jakarta. Foto: epa/Bagus Indahono
Papua Studenten protestieren gegen Menschenrechtsverletzungen vor der US-Botschaft in Jakarta. Foto: epa/Bagus Indahono

JAKARTA: Indonesien hat angesichts ansteigender Gewalt 400 weitere Soldaten in seine Unruhe-Provinz Papua im Westen der Insel Neuguinea entsendet. Sie sollen dort gefährdete Gebiete absichern, wie ein Militärsprecher am Montag sagte. In der nach Unabhängigkeit strebenden Region werden dann insgesamt 7000 indonesische Soldaten stationiert sein. In Papua kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Rebellen und Regierungskräften, die sich in der jüngeren Vergangenheit verschärft haben. Dabei gibt es auch immer wieder Tote.

Indonesiens Präsident Joko Widodo hatte im April die Zerschlagung einer Rebellengruppe angeordnet, nachdem in Papua der örtliche Brigadegeneral und Geheimdienstchef I Gusti Putu Danny Karya ermordet worden war. Für die Tat hatte die separatistische Gruppe National Liberation Army of West Papua (TPNPB) - der bewaffnete Arm der Bewegung Free Papua - die Verantwortung übernommen. Die TPNPB erklärte zudem, hinter dem Tod von vier Zivilisten im April zu stehen. Diese seien Spione gewesen.

Papua und die Nachbarprovinz Westpapua waren 1969 in einer von den Vereinten Nationen unterstützten, aber umstrittenen Abstimmung Indonesien zugesprochen worden. Zuvor hatte das Gebiet unter Kontrolle der Niederlanden gestanden. Seit Ende der 1960er Jahre versuchen Separatisten, die Unabhängigkeit der rohstoffreichen Region von Indonesien zu erreichen. Der Konflikt wird vor allem in Papua ausgetragen, in Westpapua ist es weitgehend friedlich. Die Separatisten wollen für beide Provinzen die Unabhängigkeit, um einen Staat namens Westpapua zu gründen. Im östlichen Teil der Insel liegt der Staat Papua-Neuguinea.

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