Indiens Premier verteidigt umstrittene Kaschmir-Entscheidung

Foto: epa/Harish Tyagi
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NEU DELHI (dpa) - Aus Sicht des indischen Premiers Narendra Modi ist die umstrittene Aberkennung des Teilautonomiestatus der indischen Kaschmir-Region ein wichtiger Schritt, um Indien zu einen.

«Der Geist von einer Nation, einer Verfassung, ist jetzt Realität geworden. Und Indien ist stolz darauf», verkündete Modi bei seiner Rede zum indischen Unabhängigkeitstag am Donnerstag in Neu Delhi. Ihm sei in weniger als 70 Tagen seiner zweiten Amtszeit gelungen, was Regierungen vor ihm in den mehr als 70 Jahren seit der Unabhängigkeit von Großbritannien nicht geschafft hätten.

Indiens Regierung hatte dem Staat Jammu und Kaschmir Anfang vergangener Woche den Autonomiestatus entzogen, ohne dessen Bevölkerung vorher zu informieren. Bisher hatte die Himalaya-Region unter anderem eine eigene Verfassung und weitgehende Kompetenzen. Mit der Neuregelung will Modi das hauptsächlich von Muslimen bewohnte Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Viele Kaschmirer sind dagegen. So hatte die Regierung in Neu Delhi Soldaten geschickt, um Proteste zu verhindern. Es gilt eine Ausgangssperre. Internet und Telefon wurden abgestellt.

Das Vorgehen hatte auch zu Spannungen mit dem Nachbarland Pakistan geführt, das das Gebiet ebenfalls beansprucht. Seit Britisch-Indien 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten sich die beiden Rivalen um die gesamte Herrschaft über die Region und führen Kriege. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil Kaschmirs, ein weiterer Teil gehört zu China.

Für Pakistan sei Indiens Vorgehen eine «Gefahr für den Weltfrieden», schrieb Außenminister Shah Mehmood Qureshi in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat. Er bat diesen um eine Sondersitzung.

Modi sagte hingegen am Donnerstag, sein Vorgehen helfe, Ruhe in die Region zu bringen, in der es immer wieder zu Gewalt zwischen Separatisten, die eine Abspaltung von Indien wollen, und Sicherheitskräften kommt.

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