Premier Modi hat Unterstützung für Koalitionsregierung

Führende Vertreter der Indian National Developmental Inclusive Alliance (INDIA) treffen sich nach den Wahlen in Neu Delhi. Foto: epa/Rajat Gupta
Führende Vertreter der Indian National Developmental Inclusive Alliance (INDIA) treffen sich nach den Wahlen in Neu Delhi. Foto: epa/Rajat Gupta

NEU-DELHI: Nach der Wahlschlappe der Partei von Premierminister Narendra Modi bei der Parlamentswahl in Indien haben ihm seine bisherigen Verbündeten ihre Unterstützung bei der Bildung einer Koalitionsregierung zugesichert. Einstimmig wählten sie den 73-Jährigen am Freitag in Neu-Delhi formell zu ihrem Anführer, wie Aufnahmen im örtlichen Fernsehen zeigten. Er solle am Sonntagabend (Ortszeit) vereidigt werden, sagte Modi nach einem Treffen mit Präsidentin Draupadi Murmu. Damit könnte er die dritte Amtszeit in Folge in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde antreten.

Modis hindu-nationalistische BJP hatte bei der Parlamentswahl erstmals seit zehn Jahren die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren, bleibt aber stärkste Kraft. Sie sicherte sich 240 von 543 Sitzen, die zur Wahl standen. Mit ihren Koalitionspartnern - kleine, regionale Parteien - erreicht sie jedoch deutlich mehr als die 272 für eine Regierungsbildung benötigten Sitze.

Modi sagte am Freitag, seine neue Regierung werde sich auf wirtschaftliche Entwicklung und die Unterstützung ärmerer Bevölkerungsschichten konzentrieren. Im Wahlkampf noch hatte die BJP hauptsächlich auf einen Personenkult um Modi als gottähnlichen Anführer gesetzt. Sie propagierte eine hindu-nationalistische Agenda, wonach Indien zu einem Staat nur für die hinduistische Mehrheit werden soll, die 80 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

Das Land stieg unter Modi zwar auch zur fünftgrößten Wirtschaftsmacht der Welt auf. Aber vom Wachstum profitiert nur eine kleine Minderheit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung kommt offiziellen Angaben zufolge nur mit Sozialhilfe über die Runden. Analysten wiesen darauf hin, dass das Volk mit ihrem Votum klar eine Kursanpassung forderte.

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