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Indien neues Steckenpferd des thailändischen Tourismus

Während langjährige Stamm-Märkte stagnieren steigt die Zahl indischer Touristen in Thailand ungebrochen.  Foto: The Thaiger
Während langjährige Stamm-Märkte stagnieren steigt die Zahl indischer Touristen in Thailand ungebrochen. Foto: The Thaiger

BANGKOK: Indien hat sich zum neuen Steckenpferd der Tourismuswirtschaft in Thailand entwickelt.

Während im Zuge der globalen Konjunkturabkühlung traditionelle Stammmärkte des Königreichs wie Europa oder Amerika am Stagnieren sind, steigt die Zahl der indischen Touristen weiterhin stark. Neben Urlaubern sind es besonders Hochzeitsreisende aus Indien, die nach Thailand strömen und die Verluste aus den anderen Märkten kompensieren.

Die Zahl der indischen Besucher wuchs in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 26,7 Prozent auf 1,63 Millionen. Sie bescherten dem Land touristische Einnahmen in Höhe von 69,7 Milliarden Baht, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 31,6 Prozent.

Bemessen an der Höhe der durchschnittlichen Ausgaben wird das indische Hochzeitssegment von der Thailändischen Tourismusbehörde (TAT) als sogenannter Qualitätstourismus eingestuft. Gemäß Klissada Ratanapruk, Geschäftsführerin der Tourism Authority of Thailand (TAT) für die Regionen ASEAN, Südasien und Südpazifik, bevorzugen die meisten indischen Paare Strand-Destinationen wie Phuket, Krabi, Phang-nga und Rayong für Hochzeit oder Honeymoon.

So haben im vergangenen Jahr mehr als 200 indische Paare aufgrund einer Werbekampagne der Lokalbüros der TAT in Mumbai und Neu-Delhi ihre Hochzeite in Thailand gefeiert. Darüber hinaus wurden viele weitere Hochzeiten von indischen Paaren unabhängig von der TAT-Kampagne im Königreich ausgerichtet, informierte Klissada in der „Bangkok Post“ und fügte hinzu, dass die durchschnittlichen Ausgaben pro Hochzeit 10 Millionen Baht betragen.

Die vergleichsweisen geringen Kosten für die Ausrichtung von Hochzeitsfeiern und die Visagebühren-Befreiung, die seit November letzten Jahres für Urlauber aus 19 Ländern, einschließlich Indien, gilt, würden sich nach Aussage von Klissada positiv auf die Zunahme indischer Urlauber auswirken.

Nach Untersuchungen der Bank of Thailand (BoT) machen Hochzeiten gerade mal fünf Prozent der indischen Besucherzahlen aus: 85.Prozent zählen zum Urlauber- und 10 Prozent zum MICE-Segment bzw. jener Teil des touristischen Wirtschaftszweiges, der die Organisation und Durchführung von Tagungen, von Unternehmen veranstalteter Anreiz- und Belohnungsreisen, Kongressen und Ausstellungen umfasst.

Auch Chinnarat Chinburi, Komiteemitglied der Association of Thai Travel Agents, betonte, dass die Fluggastzahlen aus Indien vielversprechend seien, einschließlich dem Hochzeitssegment, das im Vergleich zum Urlaubs- und MICE-Sektor jedoch relativ klein sei. Daher konzentrieren sich die Hoteliers verstärkt darauf, dieses Nischensegment zu erobern. Zum Beispiel durch das Anbieten von Dienstleistungen, die der indischen Tradition entsprechen.

Normalerweise nehmen an indische Hochzeitsfeiern 400 bis 500 Gäste teil, die mit fünf Mahlzeiten pro Tag verpflegt werden, was den Hotels und deren Personal hohe Professionalität abverlangt. So werden die Hochzeitsplaner der Hotels speziell ausgebildet, um die Ansprüche indischer Hochzeitsgruppen zu erfüllen. Kreiert werden maßgeschneiderte Produkte, die den unterschiedlichen Merkmalen und Kulturlandschaften Indiens entsprechen.

Kuldeep Verma, Verkaufsleiter für Hochzeiten und Catering im Rayong Marriott Resort and Spa folgend, beträgt die durchschnittliche Veranstaltungsdauer indischer Hochzeiten zwei bis drei Tage bei durchschnittlichen Kosten pro Person und Tag zwischen 6.500 und 8.000 Euro.

Neben Thailand sind auch Bali, Malaysia, Sri Lanka, China, die Türkei und Zypern beliebte Hochzeitsreiseziele für indische Paare.

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Roman Müller 06.12.19 10:48
@Rüdiger Laut gedacht...
ja natürlich, Sie haben vollkommen recht. Da wäre ich beim Pisa-Test mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Die gigantische Zahl von 69.7 Milliarden hat mich wohl völlig aus dem Konzept gebracht.... Ich gelobe mich zu bessern.. Ich habe es auch bemerkt, aber zu spät. Ihre Rechnung dürfte stimmen. Trotzdem das grosse Fragezeichen bleibt. Gehe ich gelegentlich mal am Abend auf ein Bierchen habe ich nicht den Eindruck dass Inder so richtig auf den Putz hauen. Jedenfalls nicht an den Bars. Die Zahl von 42000 könnte in etwa hinkommen. Mit Flug und Unterkunft.
Rüdiger 05.12.19 21:40
Roman Müller
967 tausend Mill. ? Zahlendreher und zuviel Nullen? 69,7 Millarden = 69.700.000.000 Demnach gibt jeder der 1.630.000 Touristen 42760,74 Baht aus. Ist das jetzt richtig? Oder bin ich vor lauter Zahlen auch durcheinander? Immer diese Zahlenkapriolen!
Thomas Thoenes 05.12.19 17:48
Ja 200 Hochzeiten reißen alles raus.
Vor allem weil die ja jährlich wieder kommen und neu heiraten, also quasi Stammgäste für immer. Der beste Satz ist: ...traditionelle Stammgäste aus Europa und Amerika stagnieren... ??? Stagnieren? Schön das es hier täglich was zu lachen gibt.
Ingo Kerp 05.12.19 17:43
Zuerst wirbt man um Russen, dann um Chinesen, zuletzt waren Koreaner und Japaner im Gespräch und jetzt gleichen die hochzeitenden Inder alles aus. Ist ja nett, wenn man die Welt verulken will, man sollte aber mal die fragen, die vor Ort sind und vom Tourismus leben. Es ergaben/ergeben sich ständig konträre Sichtweisen, so will scheinen.
Norbert Schettler 05.12.19 17:42
Gewaltig
Die Zahlen sind ja enorm. Diesmal allerdings nicht die Prozente an Plus der indischen Besucher sondern was Sie pro Tag und Gast für eine Hochzeit ausgeben. Bei 400-500 Geladenen sind wir da ja bei 2.6 - 4 Millionen Euro! Und das pro Tag. Wenn ich da an meine Hochzeit denke...