In Nan steht das Wasser drei Meter hoch

Foto: epa/ Thai PBS
Foto: epa/ Thai PBS

THAILAND: Die Hochwassersituation ist in der nördlichen Provinz Nan weiterhin kritisch.

Der tropische Sturm „Bebinca“ hat tagelange, anhaltende Niederschläge gebracht und drei Bezirke einschließlich der Stadt auf beiden Seiten des Flusses Nan unter Wasser gesetzt. Ein Durchbruch in der Flutmauer wurde notdürftig mit 500 Sandsäcken geschlossen, dennoch flutet das Wasser weiter in die Stadt. Im Bezirk Phu Phiang steht das Wasser zwei bis drei Meter hoch, Bewohner in überfluteten Dörfern sind ohne Nahrung und Trinkwasser. Im Bezirk Tha Wang Pha sind 600 Haushalte seit Samstagnacht ohne Strom. Soldaten liefern den Flutopfern mit Booten Nahrungsmittel, Trinkwasser und Medikamente.

Hochwasser sowie überfluteten Häuser und Straßen werden weiter aus Lampang, Chiang Mai, Chiang Rai und Nong Khai gemeldet. Mehr als 30 Resorts stromabwärts des Staudamms Kaeng Krachan in der Provinz Phetchaburi wurden wegen schwerer Überschwemmungen vorübergehend geschlossen. Der Staudamm weist jetzt 750 Millionen Kubikmeter auf, die volle Kapazität von 710 Millionen Kubikmetern wurde längst erreicht. Randvoll ist ebenfalls die Talsperre Vajiralongkorn in der Provinz Kanchanaburi. Deshalb muss der Betreiber in den nächsten Tagen erheblich mehr Wasser ableiten, bis zu täglich 53 Millionen Kubikmeter. Dadurch steigt die Gefahr von Hochwasser unterhalb des Staudamms.

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Siam Fan 21/08/2018 03:01
Auf jeden Fall übersteigt die Gier das Hochwasser!
Durch die Mangroven konnte früher überall das (Hoch-) Wasser in die Breite gehen. Heute hat "man" sich die Mangroven angeeignet und das Hochwasser muss sich durch enge "Canals" drängen, was einen meterhohen Rückstau im Hinterland verursacht. Die Mangroven sind/ waren unbezahlbares Volkseigentum. Heute schreit "man" nach "Dykes" , die der Steuerhaushalt zahlen soll, um des neue Vermögen in den ehemaligen Mangroven zu schützen.
Hansruedi Bütler 20/08/2018 13:25
Eigentlich sehr traurig!
Man kann aber davon ausgehen, dass das Wasser so hoch steigt wie die Versprechen der Behörden!!!
Siam Fan 20/08/2018 11:11
Kaeng Krachan Damm
Das mit dem Damm ist nicht nachvollziehbar! Man hätte bereits im MAI Wasser ablassen lassen können. Wenn wie vermutet, nur noch wenig Strom erzeugt wird, hätte man noch mehr ablaufen lassen (müssen!). All das hat man NICHT gemacht! Man hat auch die jahreszeitliche MaximalHöhe überschreiten lassen und hat immer noch nichts getan. Hätte man seit Mai täglich 100qbm/Sekunde abgelassen, hätte es kein Hochwasser gegeben und der Damm wäre lange leer. Es regnet im Einzugsgebiet nicht sehr viel und dann ist da noch sehr viel intakter Dschungel, wo das Wasser im Wurzelbereich zurückgehalten wird. Einmal hat es wohl (?) in 4Wochen 400l/qm geregnet. Gemäß TMD(Wetteramt) hat es aber im ganzen laufenden Jahr erst 470l/qm geregnet. Würde man die vielen Khlongabläufe ins Meer wieder aktivieren, wäre ein Vielfaches an Niederschlag kein Problem. Da stehen aber breit gefächerte "Interessenkonflikte"im Weg!?
Siam Fan 20/08/2018 10:19
Flussufer höher oder Flussbett tiefer?
Oberflächlich betrachtet, kommt das Gleiche raus.Haben die erhöhten Flussufer nicht das nötige Gewicht, schwimmen sie weg/brechen. Im regelmäßig ausgebaggerten Flußbett kann das nicht passieren. Nebenflüsse müssen die selbe Uferhöhe haben und Einlaufkanäle brauchen Rückschlagventile. Dies ist bei der Alternative "Bett tiefer" besser. Kann das Oberflächenwasser im Ort nicht mehr durch die Schwerkraft raus, muss es über die Ufer gepumpt werden. Ausserhalb der Ortschaften kann das Wasser ruhig in die Breite gehen. Ist das Wasser erstmal im Flußbett, kann es über Bewässerungskhlongs wieder rausgebracht werden, vorausgesetzt, es gibt welche. Verhindern/stark abschwächen kann man das HW(Hochwasser) in den Bergen. Dort muss man Flutwellen verhindern und wo immer mögich das Wasser versickern lassen und aufstauen. Das Problem dabei ist, die Menschen, die dort leben, sind nicht vom Hochwasser betroffen. Sie erhöhen aber ihren Grundwasserspiegel und haben in der Trockenzeit länger und mehr Wasser, aber auch das "sehen" sie nicht. In den Bergbächen werden in einem Bambusgerüst Steine gestapelt und dahinter mt Sandsäcken abgedichtet. Nur in der Mitte bleibt ein Sack frei. Da läuft in der Trockenzeit das Wasser durch. Bei Starkregen staut sich das Wasser in den tausenden Taschen und wird nur verzögert an die Flusstäler abgegeben. Vielleicht sollte man die Unterhaltung solcher Einrichungen in ein neues Rentensystem einfließen lassen!?
Thomas Thoenes 19/08/2018 23:09
Das schlimme an dieser Situation für die
Anwohner finde ich, dass mehr Berichte über Strände die Sterne verliehen bekommen usw. veröffentlicht werden, als das für diese Notstandsgebiete Spenden- und Hilfeaufrufe gestartet werden. Hier wird Hilfe gebraucht Frau Merkel und Co. und nicht Taxifahrten zum Arzt für Wirtschaftsflüchtlinge aus Nordafrika. Hier wäre meine Jahrzehnte lange Steuer aus Deutschland gut investiert.