In einem Garten wird das Wasser knapp

Wer Fleisch essen will, sollte eigentlich ein Tier schlachten können...

Indem wir unsere Hausbohrung mit der Gartenbohrung verbunden haben, haben wir vorübergehend genug Wasser. Fotos: hf
Indem wir unsere Hausbohrung mit der Gartenbohrung verbunden haben, haben wir vorübergehend genug Wasser. Fotos: hf
Unser Fischteich ist dann bald einmal leer.
Unser Fischteich ist dann bald einmal leer.

Alle Kanäle und die meisten Weiher in unserem Pattaya-Garten sind leer. Unsere Pumpe, die im Bohrloch rund dreißig Meter tief versenkt ist, liefert zwar noch Wasser, aber Druck und Menge sind klar abgesackt. Wir müssen dringend etwas unternehmen.

Im hinteren Teil unseres Grundstücks in Pattaya fließt in der Regenzeit ein Bach, der sich bei starkem Regen in einen reißenden Fluss verwandeln kann. Doch in der gegenwärtigen Dürre ist da alles ausgetrocknet. Zwar hatte es kürzlich an zwei Abenden für je eine halbe Stunde geregnet, doch das änderte nur wenig an der bedrohlichen Situation.

Kann man das Bohrloch vertiefen?

Die vielen eingetopften Pflanzen müssen täglich gegossen werden, und das dauert immer länger, weil der Wasserstrahl immer schwächer wird. Irgendwann kommt dann wohl gar nichts mehr, und dann haben wir ein perfektes Schlamassel.

So nehme ich zwei Gänse nach Nong Khai.
So nehme ich zwei Gänse nach Nong Khai.

Ich habe mich gefragt, ob es möglich ist, ein bestehendes Bohrloch zu vertiefen? Und das geht offenbar. Allerdings müss­ten wir dafür etliche Bäume fällen und Hühnerställe abbrechen, damit das riesige Bohrfahrzeug überhaupt zu unserem Gartenbohrloch gelangen könnte. Das ist demnach keine gute Lösung.

Schon lange hätte ich gerne im hintersten Teil des Grundstücks eine Solarpumpe installiert, die einen Wasserfall speist und dadurch einen Bach produziert, der alle Teiche durch das bestehende Gefälle in der Tro­ckenzeit füllt. Und eine Bohrung wäre dort wohl auch möglich, wenn das Bohrfahrzeug über das unbebaute Nachbargrundstück einfahren würde.

Gelegenheit macht bekanntlich Diebe

Doch diese einleuchtende Variante habe ich inzwischen verworfen. Nachts ist dieser Teil viel zu weit vom Haus entfernt, da würde es vermutlich nicht sehr lange dauern, bis findige Kamois nicht nur die Solarpanels, sondern auch die teure Pumpe klauen, wir haben da durchaus Erfahrung...

Hier sind tote Gänse noch vor dem Rupfen.
Hier sind tote Gänse noch vor dem Rupfen.

Ich denke, wir werden nun zuerst ein neues Wasserloch in der Nähe des Hauses bohren lassen, und zwar 60 Meter tief. Da die Solarpanels möglichst nah an der versenkten Pumpe sein sollten, werden wir sie auf bestehenden Dächern montieren, die bestens besonnt werden. Mit dem so generierten Wasser können wir dann unseren vordersten Teich – er ist ohnehin unser größter – füllen und erst später die Weiher und Kanäle weiter hinten mit Wasser versorgen bzw. mit Sprinklern den ganzen Garten bewässern. Ich werde nach erfolgter Installation auf dieses interessante Thema zurückkommen.

Für den Augenblick haben wir unsere zweite Wasserbohrung, die bis jetzt nur das Haus mit Wasser versorgte und deshalb noch viel Druck hat, mit dem Gartensystem verbunden, so können wir die Gartenbohrung entlasten.

Nicht nur wegen Wassermangels, aber auch deswegen, haben wir diese Woche sieben unserer dreißig Gänse geschlachtet und eingefroren. Zwei will ich nach Nong Khai mitnehmen, der Rest bleibt vorderhand in Pattaya.

Das Schlachten ist kein besonders schöner Akt, aber ich finde, wer Fleisch essen will, sollte in der Lage sein, ein Tier zu töten. Mit einem Bolzenschuss-Gerät werden unsere Gänse zuerst betäubt, dann erfolgt ein Kehlschnitt. Nachdem sie ausgeblutet sind, werden sie zunächst von Hand, später noch mit Spezialwachs gerupft.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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Thomas Knauer 23.03.20 21:36
Im Isaan kennen wir das Wasserproblem seit längerem, 3 Rai unseres Grundstücks haben wir zu 3 unterschiedlich großen 6m tiefen Teichen ausbaggern lassen. Füllen sich in der Regenzeit mit Regenwasser. Eine Bohrstelle die Grundwasser mittels Pumpe und Solarpanel aus 60m tiefe fördert ergänzt den Verlust durch Verdunstung. Wir verwenden die Teiche allerdings nur um das Mikroklima angenehmer zu gestalten und das Waser wird außer für Fische und zum Schwimmen nicht weiter verwendet.
Mittelfristig werden wir die Teiche noch beschatten um so die Verdunstung zu verringern.

Mit Diebstahl haben wir bisher keine Probleme, allerdings nutzte ein Familienmitglied das Wasser um sein Reisfeld zu bewässern, nach einer klaren Ansage wird dies sicher nicht mehr geschehen.