Ibiza-U-Ausschuss vorerst ohne Video

​Strache fordert Aussetzung

Heinz Christian Strache, ehemaliger österreichischer Vizekanzler. Foto: epa/Florian Wieser
Heinz Christian Strache, ehemaliger österreichischer Vizekanzler. Foto: epa/Florian Wieser

WIEN: Das Video von Österreichs Ibiza-Affäre wird wohl vorerst nicht im neuen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gezeigt. Die Ermittler seien noch damit beschäftigt, das sichergestellte Video zu sichten und zu verschriftlichen, hieß es am Donnerstag aus dem österreichischen Bundeskriminalamt in Wien. Dann soll zunächst ein Bericht an die Staatsanwalt geschickt werden. Die zentrale Figur des Videos, der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache, forderte derweil, den Ausschuss vorerst auszusetzen.

Das Ibiza-Video hatte in Österreich im Mai 2019 eine schwere Regierungskrise ausgelöst. Der ehemalige FPÖ-Chef Strache wirkt darin anfällig für Korruption. Die «Süddeutsche Zeitung» und der «Spiegel» veröffentlichten damals einen Zusammenschnitt der stundenlangen Aufnahmen. Strache trat daraufhin von allen Ämtern zurück. Die damalige Koalition brach auseinander. Vom 4. Juni an soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Ibiza-Affäre und mögliches Postengeschacher zur Zeit der ÖVP-FPÖ-Regierung behandeln.

Von Vertretern mehrerer Parteien wurde inzwischen gefordert, dass dem Ausschuss das gesamte Video zur Verfügung gestellt werden muss. Strache selbst lehnt die Veröffentlichung in voller Länge ab, weil er darin «hässliche, ungeprüfte, gräusliche Gerüchte» über andere Leute erzählt habe. Der 50-Jährige soll gleich zu Beginn des U-Ausschusses aussagen.

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