IAEA fordert Auskunft vom Iran über geheimes Atom-Material

Treffen des IAEO-Gouverneursrats in Wien. Foto: epa/Christian Bruna
Treffen des IAEO-Gouverneursrats in Wien. Foto: epa/Christian Bruna

WIEN: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verlangt vom Iran Auskunft den Verbleib von geheim gehaltenem nuklearen Material. Die Islamische Republik liefere dazu seit vielen Monaten keine Antworten, beklagte Behördenchef Rafael Grossi am Montag in Wien. Dies habe «ernsthafte Folgen für die Gewährleistung, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist».

Der Iran steht seit langem unter Verdacht, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die IAEA wartet seit Monaten vergeblich auf schlüssige Erklärungen zu mehreren Anlagen, in denen Atominspektoren Spuren von nuklearen Stoffen entdeckt haben. Mehrere vereinbarte Gesprächsrunden hätten keine Klärung gebracht, sagte Grossi. «Meine Erwartungen in diesen Prozess wurden nicht erfüllt. Das ist sehr klar.» Der Iran äußere zwar Bereitschaft für weitere Gespräche, doch es sei auch wichtig, dass dabei etwas herauskomme, sagte Grossi.

Zusätzlich zeigte sich Grossi besorgt über das hochangereichte Uran, dass der Iran seit April herstellt. «Das, was da passiert, ist ernst. Wir sprechen hier von einem Land mit einem sehr entwickelten und ehrgeizigen Atomprogramm, das fast waffenfähiges Uran anreichert.»

Zudem hat die IAEA mit Einschränkungen ihrer Inspektionen im Iran zu kämpfen. Nach dem Rückzug der USA aus dem internationalen Atomabkommen 2018 hat Teheran schrittweise die vereinbarte Beschränkung und Kontrolle der Atomanlagen aufgehoben. Seit April versuchen Diplomaten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln. Damit soll der Atompakt gerettet werden.

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