Hongkongs Polizei nimmt fünf Demonstranten wegen Flaggenprotests fest

Foto: epa/Miguel Candela
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HONGKONG (dpa) - Wegen Schändung einer chinesischen Flagge hat die Polizei in Hongkong fünf Demonstranten verhaftet. Die vier Männer und eine Frau sollen während der Proteste in der Sonderverwaltungszone eine große Flagge der Volksrepublik abgehängt und ins Wasser geworfen haben. Nach einem Bericht der «South China Morning Post» (Freitag) beschlagnahmte die Polizei auch Computer und Mobiltelefone. Bei einer Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Der Zwischenfall hatte sich bereits am 3. August zugetragen und viel Aufsehen erregt. Nach einer Demonstration mit Zehntausenden Teilnehmern kletterten vermummte Gestalten auf einen Fahnenmast, der vor einem Einkaufszentrum im Hafen steht. Dann holten sie die chinesische Flagge herunter und warfen sie ins Wasser. Die Täter konnte zunächst nicht identifiziert werden. Der Zeitung zufolge wurden nun fünf Verdächtige im Alter von 20 bis 22 Jahren verhaftet.

In der ehemaligen britischen Kolonie - heute eine chinesische Sonderverwaltungszone - kommt es schon seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu Protesten. Der Zorn richtet sich gegen die prochinesische Regierung und gegen Peking direkt. Die Demonstranten fürchten, dass die eigentlich bis 2047 garantierten Sonderrechte für Hongkong weiter eingeschränkt werden. Inzwischen wächst international die Sorge, dass Peking gewaltsam eingreifen könnte.

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