Holprige Vorbereitung beim BVB

​Ankunft von Neuzugang Malen

Dortmunds Erling Haaland (C) in Aktion während einer Trainingseinheit vor der Bundesliga-Saison 2021/22 in Dortmund. Foto: epa/Friedemann Vogel
Dortmunds Erling Haaland (C) in Aktion während einer Trainingseinheit vor der Bundesliga-Saison 2021/22 in Dortmund. Foto: epa/Friedemann Vogel

BAD RAGAZ: Beim BVB läuft es zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel noch immer nicht rund. Die hohe Zahl an EM-Nachzüglern, das wachsende Verletzungspech und der Personalnotstand in der Defensive bereiten Kopfzerbrechen. Immerhin traf der erhoffte Neuzugang am Sonntag ein.

Zumindest für einen kurzen Moment vertrieb Erling Haaland die Tristesse. Nicht in sportlicher Hinsicht, sondern mit dem wohl ungewöhnlichsten Autogramm seiner bisherigen Karriere. Den Wunsch eines kleinen Jungen, der kurz vor der Halbzeit des unansehnlichen Testspiels gegen Athletic Bilbao (0:2) in St. Gallen auf den Platz stürmte und ihm einen Stift in die Hand drückte, konnte der Torjäger von Borussia Dortmund nicht abschlagen. Kurzerhand unterschrieb der Norweger auf dem Shirt seines glühenden Fans, ehe er ihn vom Platz geleitete und die Partie mit einem Eckball fortgesetzt werden konnte.

Abgesehen von dieser Aktion, die Haaland bei seiner Auswechslung zur Halbzeit viel Applaus der rund 3500 Fans einbrachte, gab es für die Dortmunder jedoch nur wenig Grund zur Freude. Denn bei der verdienten Niederlage gegen die Spanier wurde erneut deutlich, dass die Vorbereitung auf die neue Saison weiterhin bedenklich holprig verläuft.

Hoffnung auf Besserung macht Donyell Malen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur traf der 30 Millionen Euro teure Angreifer von der PSV Eindhoven am Sonntag im noblen Grand Ressort-Hotel des Schweizer Kurorts ein. Der 22-Jährige wird sich in den kommenden beiden Tagen einem Medizincheck und zwei Corona-Tests unterziehen, ehe er ins Teamtraining einsteigen kann. Er soll beim Pokalsieger einen Fünfjahresvertrag unterschreiben und die Lücke schließen, die Jadon Sancho mit seinem 85 Millionen Euro teuren Transfer zu Manchester United hinterlassen hat.

Trotz der Ankunft von Malen steht Marco Rose nur zwei Wochen vor der ersten Pflichtaufgabe der neuen Saison im DFB-Pokal beim bereits eingespielten Drittligisten SV Wehen Wiesbaden vor einem Berg von Problemen. Dass im Test gegen Bilbao noch immer beachtliche neun EM-Fahrer fehlten und die Dortmunder von diesem Nachteil stärker als andere Bundesligisten betroffen sind, wollte der neue BVB-Coach aber nicht groß thematisieren: «Es war uns von vornherein klar, dass diese Vorbereitung zu einer großen Herausforderung wird. Es gibt kein Gejammer.»

Kapitän Marco Reus pflichtete seinem Trainer bei: «Wir müssen es einfach annehmen und haben immer noch genug Qualität im Kader. Außerdem haben die Jungs gute Pläne für den Urlaub mitbekommen und werden hier sehr fit antreten.» Immerhin traf Raphael Guerreiro zusammen mit Malen in Bad Ragaz ein. Bis auf Jude Bellingham und Thomas Delaney sollen auch die anderen EM-Nachzügler bis zum Ende des Trainingslagers am kommenden Samstag dazustoßen.

Noch bedenklicher als die späte Rückkehr vieler Stars aus ihrem Sonderurlaub ist die wachsende Zahl an Verletzten. Nicht nur die Blessur von Marius Wolf, der nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit mit bandagiertem Knöchel und gestützt auf Helfer ausgewechselt werden musste, sorgte für Frust. Darüber hinaus verließen auch Mahmoud Dahoud und Nachwuchsspieler Jamie Bynoe-Gittems kurz vor Schluss angeschlagen den Platz. Giovanni Reyna kam wegen Oberschenkelproblemen erst gar nicht zum Einsatz.

«Natürlich müssen die Jungs zunächst untersucht werden. Aber wir glauben schon, dass sie tatsächlich Verletzungen haben und wir eine bestimmte Zeit auf sie verzichten müssen. Das ist heute sicherlich das größte Problem an der Nummer, dass wir am Ende des Tages vier oder fünf Verletzte haben», kommentierte Rose (44) im Anschluss an die Partie.

Ungeachtet dieser Rückschläge wirkte Reus - ähnlich wie der Coach - erstaunlich gelassen. Der 32 Jahre alte Leitwolf der Borussia sprach sogar von Fortschritten: «Man spürt, dass die Jungs richtig Bock haben. Vor allem nach dem Pokalsieg legen sie eine andere Körpersprache an den Tag. Es spricht nichts gegen eine erfolgreiche Saison.»

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