Hitze und Handgemenge auf Qatar-Airways-Flug

Foto: The Nation
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BANGKOK/ATHEN: Dramatische Zustände herrschten am Montag (10. Juni 2024) auf einem Qatar-Airways-Flug von Athen nach Doha, als die Klimaanlage während des Wartens auf den Abflug ausfiel. Die Passagiere, darunter 49 Mitglieder der thailändischen Muay Thai-Nationalmannschaft, mussten stundenlang in brütender Hitze ausharren, bevor der Kapitän die Entscheidung traf, sie aussteigen zu lassen.

Der Vorfall ereignete sich nach der Rückkehr der Sportler von den IFMA-Senioren-Weltmeisterschaften 2024 in Patras, Griechenland. Augenzeugen berichten, dass die Stimmung an Bord mit steigender Temperatur zunehmend gereizt wurde. Einige Passagiere litten unter Nasenbluten, andere waren auf die Sauerstoffmasken des Flugzeugs angewiesen.

„Wir saßen drei Stunden lang fest, ohne jegliche Information von Seiten der Crew oder der Fluggesellschaft. Es war, als würde man in einer Sauna gefangen sein“, erklärte Thananchai Sitsongpeenong, ein bekannter Muay Thai-Kämpfer der thailändischen Delegation. Erst beim Aussteigen bemerkte er den Rauch im hinteren Teil des Flugzeugs. „Ich schätze mich glücklich, dass ich das überlebt habe“, fügte er hinzu.

Während des Wartens auf den Start kam es beinahe zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen einigen Passagieren und dem Flugpersonal. Der Vorfall sorgte für zusätzliche Spannungen, als Rauch aus dem hinteren Teil des Flugzeugs drang, was die Bereitstellung von Löschfahrzeugen auf dem Flughafen zur Folge hatte.

Die Passagiere wurden schließlich aus Sicherheitsgründen aus dem Flugzeug geleitet, allerdings ohne vorherige klare Kommunikation seitens der Fluggesellschaft oder der Crew, was zu Verunsicherung und Frustration führte. Die Qatar Airways hat sich bisher nicht zu den Vorfällen geäußert.

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Chris Jomtien 12.06.24 23:20
Möglicher Interessenkonflikt
Qatar Airways ist besonders exponiert in der P2F Ausbeute von nicht fest angestellten angestellten Piloten.
Natürlich wissen wir nicht ob es auch hier der Fall ist, doch das Muster deutet darauf hin.
Vermutlich kein einziger Pilot auf der Welt wird so empathielos sein, nicht mitzufühlen was die Passagiere durchmachen, wie Urs Widmer mutmaßt.
Doch die Cockpitcrew muss den Anweisungen ihrer Vorgesetzten Folgen, anderenfalls sind die Piloten ihren Job los.
Dagegen vor einem Arbeitsgericht in Qatar klagen wird sicher nicht erfolgreich sein, sofern es überhaupt Arbeitsgerichte in einem Land gibt, in dem ausländische Arbeitskräfte nicht selten als Sklaven gehalten werden und nicht mal ohne Einwilligung ihres Arbeitgebers aus dem Land ausreisen dürfen.
Besonders pikant ist die Handhabung von Zwischenfällen für P2F Piloten.
Sie sind nicht bei der Fluggesellschaft angestellt, sondern zahlen entweder dafür das sie fliegen dürfen oder bekommen im besten Fall ein kleines Entgelt. Ohne feste Anstellung sind sie darauf angewiesen eine jährliche Mindestzahl an Flugstunden zu absolvieren, anderenfalls erlischt deren Fluglizenz, womit deren Chance jemals eine feste Anstellung zu finden erheblich sinkt.
Sofern solche Piloten eigenmächtig entscheiden das die Passagiere aussteigen, war's das mit ihrer Karriere als Berufspilot.
Thomas Sylten 12.06.24 20:10
@Thailand Fan
Ich WÄRE (!!) "ohnmächtig" geworden -
schon um der Staff die (tatsächlich möglichen) Folgen ihres Handelns vor Augen zu führen: Da muss man gar nicht laut werden - ein völlig ruhiges Zu-Boden-Sinken eines End-60'ers reicht, um Bewegung und erschrockene "Fürsorge" zu erreichen..
Urs Widmer 12.06.24 14:00
Die Qualität einer Airline und ihrer Angestellten zeigt sich darin, wie auftretende Probleme bewältigt werden, wenn die Passagiere nicht mehr in Champagnerlaune sind. Der verantwortliche Captain hat möglicherweise selber nicht geschwitzt, weshalb er keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sah. Ironie off.
Thailand Fan 12.06.24 13:50
Bei einer Fußballmannschaft hätte das nicht funktioniert. Die wären sehr bald, wie sie es gelernt haben, röchelnd und schmerzverzerrt zu Boden gesunken, bis Hilfe eingetroffen wäre.
Michael 12.06.24 12:00
Ähnliches Erlebnis
Vor langer Zeit auf einem Condor Flug gab es kurz nach dem Start Vogelschlag, der einen starken, unangenehmen Geruch im Flugzeug zur Folge hatte. Alleine dadurch wurde vielen Passagieren schon übel. Aber das Schlimmste stand uns noch bevor. Ein Triebwerk funktionierte nicht mehr richtig, was auch durch lautes Aufheulen immer mal wieder hörbar wurde. Etwa auf Höhe Ex-Jugoslawien entschied sich der Pilot in den Tiefflug überzugehen um mehr Kerosin zu verbrennen und dann eine Zwischenlandung zu machen. So wurde es kommuniziert, vielleicht wurde auch Kerosin abgelassen, keine Ahnung. Jedenfalls landeten wir ausserplanmäßig auf Kreta, da dort entsprechende Techniker waren, die nach dem Triebwerk schauen können. Angeblich nur eine kurze Überprüfung. Die Feuerwehr hatte ein Großaufgebot aufgefahren. Alle dachten, es geht bald weiter, oder man kann das Flugzeug verlassen, aber die ganze Aktion dauerte über 3 Stunden und niemand durfte raus, trotz heftiger Proteste einiger Gäste. Es wurde immer heißer und angespannter, und man konnte die offenbar ratlosen Techniker beobachten, wie sie sich am Triebwerk zu schaffen machten. Am Ende wurden wir aufgefordert die Gurte zu öffnen, da das Flugzeug neu betankt werden muss und man im Notfall schnell raus muss... Alles in allem wirklich keine vertrauenserweckende Aktion. Immerhin, das Triebwerk funktionierte danach offenbar wieder.
leschim alex 12.06.24 11:10
Dem Kapitaen sollte man die .....
..... Fluglizenz entziehen. Ich hoffe das viele der Passagiere QatarAir verklagen und grosszuegige Entschaedigungen erhalten werden.
Thomas Sylten 12.06.24 10:50
Qatar ist eine der arrogantesten und kundenfeindlichsten Fluggesellschaften überhaupt (ähnlich Lufthansa) -
aber solange sie relativ günstige Flüge anbieten, können sie sich das leider leisten.
Mike Bösch 12.06.24 10:20
Mangelnde Kommunikation
Das wird I'm Airlines ranking aber einen Abzug geben...
2023 Platz 2; 2024 Platz 1....