Hitler-Büste aus kommt ins Museum

Außenansicht des Wiener Parlamentsgebäudes. Foto: Dpa
Außenansicht des Wiener Parlamentsgebäudes. Foto: Dpa

WIEN (dpa) - Die in einem verschlossenen Panzerschrank des österreichischen Parlaments gefundenen NS-Devotionalien wandern in das Haus der Geschichte Österreich. Das teilten die Museumschefin Monika Sommer und Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka am Mittwoch mit. Die NS-Objekte - vermutlich Teil eines NSDAP-Archivs - waren 2017 bei der Renovierung des Gebäudes entdeckt worden.

Es handelt sich um zwei Büsten und ein Relief von Adolf Hitler sowie um vier Gemälde, die Hitler, das ermordete SA-Mitglied Horst Wessel und einen Trommler im Braunhemd porträtieren. Laut Recherchen von Historikern befanden sie sich zwischen 1938 und 1945 im Parlamentsgebäude. Es war damals Sitz des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich, ab 1940 Sitz der Wiener Gauleitung der NSDAP.

Das Haus der Geschichte will mit den NS-Objekten sensibel umgehen und darauf achten, dass bei etwaigen künftigen Ausstellungen «keine Selfies gemacht werden», sagte Sommer im Radio Wien. «Denn das, was wir nicht wollen, ist, die Bilder von damals zu prolongieren. Man könnte den Kopf zum Beispiel liegend präsentieren oder man könnte ihn in einer Kiste verpackt zeigen und nur mit einem Sehschlitz einsehbar machen.»

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