Hier ist gar nichts sicher

20. November: «Die Jägerin - Riskante Sicherheit»

Erneut ermittelt Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl) gegen die Organisierte Kriminalität - diesmal bei Berliner Sicherheitsfirmen, in dieser Szene des TV-Krimis
Erneut ermittelt Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl) gegen die Organisierte Kriminalität - diesmal bei Berliner Sicherheitsfirmen, in dieser Szene des TV-Krimis "Die Jägerin. Foto: Christoph Assmann/Zdf/dpa

BERLIN: Aktivitäten krimineller Clans sind in Berlin trauriger Alltag. Das bildet sich auch in Fernsehkrimis ab: Am Montag um 20.15 Uhr im Zweiten «Die Jägerin - Riskante Sicherheit» geht es um korrupte Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens, mit denen sich eine Staatsanwältin auseinandersetzen muss. Nach «Gegen die Angst» (2019) und «Nach eigenem Gesetz» (2021) folgt nun der dritte Film aus dieser Reihe.

Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl) sitzt gerade friedlich bei ihrem Bruder Alex (Patrick Güldenberg), um über den gestorbenen Vater zu sprechen, als sie zu einem Tatort gerufen wird. Drei vermummte Gauner haben in einem Berliner Bürgeramt Blankopässe gestohlen, einer von ihnen wird auf der Flucht angefahren und stirbt wenig später im Krankenhaus. Er und die anderen beiden Täter gehören zur Familie Achmedow, Clanchef Usman (Vedat Erincin) sinnt auf Rache für seinen toten Sohn.

Die Ermittlungen ergeben, dass die drei Brüder mit falschen Identitäten für ein Sicherheitsunternehmen arbeiten, das von Matthias Stolze (Juergen Maurer) geleitet wird, der sich als eine Jugendliebe von Frau Schrader entpuppt - was sie bei den Ermittlungen befangen macht. Dennoch gelingt es ihr und LKA-Kommissar Jochen Montag (Dirk Borchardt), einen der Brüder vorerst hinter Gitter zu bringen.

Nach Andreas Herzog führt diesmal Ismail Sahin (48, «Nicht schon wieder Rudi!») die Regie. Das Drehbuch schrieb - wie schon zu den beiden Vorgängern - Robert Hummel (53), der auch Schöffe am Berliner Landgericht ist. Sie setzen bei dieser spannend erzählten Geschichte stark auf zwei Hauptfiguren, die sehr gut zusammenarbeiten. Und dabei herausfinden, dass ausgerechnet vorbestrafte Gewaltkriminelle als falsche Sicherheitsleute sogar Polizeidienststellen bewachen, wobei sie in erster Linie Dienstpläne und geheime Interna ausspionieren.

Das stellt wiederum für die Sicherheit des öffentlichen Raumes eine erhebliche Gefahr dar, denn zu sehen ist im Film auch, wo überall solche Sicherheitskräfte stehen: vor Gebäuden, an Bahnstationen, an Flughäfen und auf Baustellen.

Nadja Uhl (51, «Gegen die Angst») spielt hier erneut eine kühle Ermittlerin, die gründlich in der Sache und höflich im Umgang arbeitet. Unnötig und wenig glaubhaft jedoch ist ihre persönliche Verstrickung in den Fall, von dem sie in der Realität abgezogen werden müsste. Das geschieht jedoch, wie bereits in anderen Filmen (kürzlich im «Tatort» aus Dresden), unverständlicherweise gar nicht oder nur kurzfristig und halbherzig. Weshalb die Frau Staatsanwältin natürlich weiter herumschnüffelt und sich mit konkurrierenden Clans beschäftigen mus - was nicht nur sie, sondern auch ihren Bruder in arge Bedrängnis bringt.

Mit ihrem klaren Spiel im charmanten Berliner Dialekt stechen insbesondere Nadja Uhl als zwar couragierte, hier aber auch zunehmend gefühlsverwirrte Staatsanwältin und Dirk Borchardt (54, «Nächste Ausfahrt Glück») als angenehm unverblümt-humorvoller Kommissar hervor, der schon ein wenig verliebt ist in seine Kollegin. Was alles natürlich nicht einfacher macht, aber zum Glück nichts an seiner Professionalität ändert. Bei ihr hingegen schon - sie geht mit Herrn Stolze essen und lässt sich Rosen schenken. Wohl ahnend, dass sie sich - mit einem teuflischen Plan - auf den Falschen einlässt und sogar ihre Kollegen in Gefahr bringt. Denn - sicher ist hier - bis hin zum kompromisslosen Ende - einfach gar nichts.

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