Trümmer erschlagen mindestens 17 Menschen

Aktuelles Symbolfoto aus Sihanoukville: DER FARANG/Mr
Aktuelles Symbolfoto aus Sihanoukville: DER FARANG/Mr

PHNOM PENH (dpa) - Drama auf einer Baustelle in der Küstenstadt Sihanoukville: Ein Rohbau bricht zusammen und begräbt viele Menschen unter sich. In den Fokus der Ermittler rückt nun der von chinesischen Investoren angekurbelte Bauboom der vergangenen Jahre.

Der Einsturz eines Rohbaus hat mindestens 17 Menschen in Kambodscha das Leben gekostet. Weitere 24 seien bei dem Unglück am Samstagmorgen in der südwestlichen Küstenstadt Sihanoukville verletzt worden, berichtete das regierungsnahe Nachrichtenportal Fresh News am Sonntag unter Berufung auf Provinzgouverneur Yun Min. Unklar blieb, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf der Baustelle befanden.

Vier Menschen, unter ihnen der chinesische Eigentümer des siebenstöckigen Gebäudes, wurden festgenommen. Ein Ermittlerteam solle untersuchen, ob Fahrlässigkeit vorliege, erklärte Yun Min bereits am Samstag. Rettungsmannschaften suchten am Sonntag weiter nach Überlebenden. Die Zahl der Opfer wird möglicherweise noch steigen, denn bis zum Morgen waren den Behörden zufolge erst 40 Prozent der Trümmer abgetragen.

Kambodschas langjähriger Staatspräsident Hun Sen drückte in einem Eintrag auf Facebook am späten Samstag sein Beileid aus und schrieb, die gesamte Nation fühle mit den betroffenen Familien. Zugleich versprach er Finanzhilfen. Demnach sollen Hinterbliebene 10 000 Dollar (etwa 8800 Euro) für jeden Todesfall bekommen. Verletzte werden 1250 Dollar (etwa 1100 Euro) sowie kostenlose Arztbehandlungen erhalten. Der seit mehr als 30 Jahren regierende Hun Sen äußerte sich von Bangkok aus, wo er am Asean-Gipfel teilnahm.

Das Gebäude war Fresh News zufolge zu 80 Prozent fertiggestellt und gehörte chinesischen Eigentümern. Provinzgouverneur Yun Min hatte am Samstag zunächst von mindestens sieben Toten gesprochen.

Sihanoukville hat in den vergangenen Jahren einen wahren Bauboom erlebt, der vor allem von einem Zustrom chinesischer Investoren vorangetrieben wurde. Schnell wurden Hotels und Casinos hochgezogen, allen voran für chinesische Touristen. Die Provinzregierung beauftragte 13 Fachleute, die nun die Ursache für den Einsturz ermitteln sollen.

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